Monthly Archives: May 2012

Das letzte Kommando


Auch wenn nicht alles, was Großadmiral Thrawn sich vorgestellt hat, gelungen ist, hat er doch auf ganzer Linie einen Vorteil für sich herausgeschlagen. Die “Rebellion” wankt unter den Schlägen seiner durch die Dreadnaughts neu gestählten Flotte und ist an allen Fronten auf dem Rückzug. Dadurch kann sich der Großadmiral ganz bequem auf seine zusätzlichen Pläne konzentrieren, die vorsehen, noch mehr Zwietracht und Verzweiflung in den Reihen der Neuen Republik zu säen. Doch seltsamerweise scheinen sich gerade in der Zeit höchster Not seltsame Allianzen anzukündigen. Und wenn Thrawn auch das höhere Blatt hat, spielt er längst mit sehr offenen Karten – was nicht schlecht ist, wenn man weiß, dass man gewinnt. Doch gibt es überhaupt eine Komponente, die der charismatisch-kühle Taktiker nicht mit einberechnet hat, eine Initiative, die ihn überraschen würde?

Über den letzten Band sei nur verraten, dass er sehr viel epischer ist, als die ersten beiden Bände und alles sich wie in Episode VI auf das Finale zuschiebt, wo es dann Schlag auf Schlag geht. Das macht den Roman keineswegs schlechter als eine beiden Vorgänger, aber bestimmte Komponenten kommen doch etwas kurz oder wirken übereilt. Aber trotzdem kann Zahn noch mit einigen Überraschungen aufwarten und bis zuletzt verschieben sich die Mächtegleichgewichte und Aussichten immer wieder. Also: Ein durchaus würdiger Abschluss.  Noch einmal sei betont, dass jeden Star Wars Fan hier nicht nur tolle Kost ihrer Lieblingssaga mit dem klassischen Feeling, sondern auch wirkliche erstklassige Romankomposition erwartet.

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Die dunkle Seite der Macht


Alles steht auf der Kippe im zweiten Band von Zahn’s bahnbrechender Star Wars Buch Trilogie. Obwohl Thrawns Flotte Sieg für Sieg einfährt, scheint sich erst Stück für Stück abzuzeichnen, wie genial der gesamte Plan des Großadmirals wirklich ist und wie komplex er sich des Sieges auf mehreren Ebenen versichert hat. Während Lea versucht das Attentätervolk der Noghri auf ihre Seite zu ziehen, jagen die Republik, sowie Schmuggler und Imperium, hinter dem großen Mythos hinterher, der Katana-Flotte, die mit ihren 200 Dreadnaughts eine kriegsentscheidende Macht darstellt und einst im endlosen Weltraum an unbekannter Stelle strandete. Während Luke vor allem eine Verbindung zu den Wurzeln der Jedi-Ritter sucht, stoßen Han und Lando bei ihren Nachforschungen nicht nur auf einen Hinweis zur Katana-Flotte, sondern auch auf eine Splitterorganisation von Soldaten, deren Schicksal ebenfalls stark mit dem des Thrawnkrieges verknüpft ist …

Der Mittelband einer Trilogie ist oft ein Bindeglied und stellt vor allem die Weichen für die letzten und entscheidenen Gefechte und liefert die zentralen Fakten und Geschichten für die abschließende Action. Oft zeichnen sie sich durch ein großes hin und her aus, langsam werden größere Zusammenhänge aufgedeckt und letzte Parteien, die eine Rolle spielen, werden eingeführt. Timothy Zahn geht größtenteils genau so vor, allerdings hat er es geschafft, dass der Band trotzdem wendungsreich ist und die Spannung sogar noch etwas größer ist, als in dem ersten und dem letzten Band, welcher mehr eine große epische Angelegenheit ist, wie Episode VI etwa. In dem Sinne kann man “Die dunkle Seite der Macht” tatsächlich ein bisschen mit Episode V vergleichen: Viele Rückschläge, viele kleine Siege und eine eher düstere, verhängnisvolle Atmosphäre, die große Erwartungen für den letzten Teil heraufbeschwört; hier findet, so kann man sagen, die größte Zerrissenheit, Barheit statt.

Timothy Zahn hat in seinen drei Romanen das Beste von Star Wars zusammengeführt, sowohl die klassische Sagahaftigkeit, als auch die neuen Errungenschaften, die der Roman für die Materie darstellt, also Innenansichten (und somit Wünsche & Zweifel) der Charaktere und filigrane Ansichten und Beschreibungen zu allen Vorgängen. Dazu kommt noch die Virtuosität, mit der er mehrere Handlungsebenen und – stränge gekonnt zusammen- und auseinanderfließen lässt und stets das Ganze im Auge behält. Insgesamt ist ihm gelungen, was nur wenigen anderen Autoren von Star Wars Büchern (und dann eher selten kontinuierlich) gelingt: Das klassische Star Wars Feeling auch im Roman zu erhalten. Hut ab davor!

Die Erben des Imperiums


Vor kurzem erst hat George Lucas Star Wars an den Disney-Konzern verkauft und schon kündigte Disney an, in den nächsten Jahren Teil 7, 8 und 9 von der Weltraumsaga drehen zu wollen. Die Frage, die sich jedem großen Star Wars Fan dabei natürlich aufdrängt: Welche Trilogie des Erweiterten Universums (wenn man davon ausgeht, dass Disney die neue Star Wars-Chronologie der Comics und Bücher einhält, was wünschenswert wäre) könnte besser zum Verfilmen geeignet sein, als die von Timothy Zahn.

“Erben des Imperiums” spielt ca. 5 Jahre nach der Schlacht um Endor. Bisher waren die Kräfte des Imperiums ständig auf dem Rückzug und bis auf einige imperiale Kriegsherren und die ehemalige Geheimdienstchefin Isard (siehe zu diesen Gegnern Stackpoles und Allstons X-Wing Romane), schien die ehemalige Führungselite des Imperators besiegt oder vertrieben worden zu sein. Doch ein letztes As hatte der Imperator noch vor seinem Tod tief in den imperialen Ärmel geschoben, einen letzten Krieger und Vollstrecker von bestechender Intelligenz und Führungsstärke: Grandadmiral Thrawn, ein dämonisch-charismatischer Taktiker und Analytiker, der den imperialen Streitkräften wieder neue Hoffnung gibt. Da er als einziger unter den hohen Flottenkommandanten ein Alien war, operierte seine Gruppe hauptsächlich abseits des imperialen Kerns in den unbekannten Regionen. Doch nun ist er zurück, mit einer Fülle von Strategien, mit denen er die Neue Republik an den Rand einer neuen Existenzkrise drängt …

Lea und Hand erwarten derweil Zwillinge und Luke muss langsam daran denken, Lea und später ihre Kinder in der Macht zu unterweisen – aber noch immer hat er Angst vor dem Versagen; davor, dieselben Fehler zu begehen, die Obi-Wan einst bei seinem Vater machte. Da scheint eine neue Mentorpersönlichkeit aufzutauchen: der Jedi-Meister Joris C’boath – kann Luke von ihm lernen, wie ein Jedi sich verhalten muss, wie er ausgebildet wird und was seine Aufgaben sind?
Und irgendwo ist da auch noch die ehemalige Hand des Imperators, eine Frau, attraktiv wie intelligent, die einen so großen Hass auf Luke Skywalker hegt, dass er sich rational nicht erklären lässt und deren Schicksal dennoch eng mit dem des Jedi und letztlich mit dem Schicksal der neuen Republik verbunden zu sein scheint …

Kaum ein anderes Nicht-Film Werk hat so breite, zentrale Spuren in der Welt von Star Wars hinterlassen. Nicht nur hat George Lucas Zahns Idee vom Stadtplaneten Coruscant als Regierungsplaneten aufgegriffen und ihn in Episode I-III als solchen verwendet (ebenso wie alle anderen nachfolgenden Star-Wars Autoren), auch in beinahe jeder zweiten Publikation danach finden sich Anspielungen, Charaktere und Geschichten aus diesem Roman wieder und auch in PC-Spielen (In “Empire at War” und “Forces Of Corruption” kommen 3 Charaktere und mindestens 5 Planeten mit ihren lokalen Bedingungen vor, wie sie Zahn entworfen hat) und offiziellen Guides nehmen Zahns Romane einen wichtigen Platz als Quelle und Maßstab ein. Charakter wie Mara Jade und Talon Karrde sind zu festen Mitgliedern des Kosmos geworden.
Kein Wunder: kaum ein anderer Star-Wars Autor hat so phantastische und doch glaubwürdige und langlebige Figuren geschaffen – vielleicht mit Ausnahme von Stackpole, wobei der eben eher die einfachen Soldaten zeigt, während Zahn einen Blick für Persönlichkeiten hat, die eine so besteichende Aura und eine gut ausbalancierte Authentizität in ihrem Wesen aufweisen, als wären sie schon immer Teil der zentralen Star Wars Partitur gewesen.

Auch vom künstlerischen Standpunkt aus gesehen, hat Zahn mit den drei Romanen Großes geleistet. Er schafft es, aus der Star Wars Materie sowohl Spannung als auch übergreifendes Interesse an den vielen (sehr vielen) Ebenen, Schauplätzen und Arten der Geschichte zu gewinnen. Zwischen politischen Intrigen, langfristigen und kurzfristigen militärischen Taktiken, kruden Plänen, persönlichen Konfrontationen und Beziehungen und plötzlichen Handlungsumschwüngen, sind die Romane allesamt sowohl Pageturner als auch (auf Star Wars Ebene) literarisch ein erlesener Genuss. Kurz gesagt: Timothy Zahn war in diesen Büchern nicht nur erfindungsfreudig und bemüht, die Handlungsstränge komplex und doch unterhaltsam aufzubauen, er hat zusätzlich bewiesen, dass das klassische Star Wars Feeling, dieses ganz besondere, das uns die Filme mit ihrer Sagahaftigkeit bescheren, auch in einem Roman geschehen kann und dass dieses Erlebnis in gewissem Sinne sogar ein paar mehr Apskete haben kann, als ein Film (z.B. mehr innercharakterliche, gefühlsmäßige Ansichten).

Also, wie schon oft in Rezensionen zu diesem Buch gesagt: Lesen, lesen, lesen!

Isards Rache


Irgendwann gingen dem EU die Schurken aus und man begann alles uns jeden zu klonen, wiederauferstehen und noch mächtiger und grausamer zurückkehren zu lassen. Klar, solche Charaktere wie Ysanne Isard, Grandadmiral Thrawn und der Imperator wachsen natürlich nicht einfach an den Bäumen und diese Rezension will die grundsätzliche Idee der Wiederkehr schon fast vermisster Feinde nicht an den Pranger stellen – Stackpole, muss man sagen, ist dieser Kunstgriff ja auch noch einigermaßen geglückt (im Gegensatz zur klassischen, aber doch sehr bizarren Rückkehr des Imperators in Das Dunkle Imperium I, welches auf diesen Band chronologisch folgt). Es stellt sich nur die Frage, ob es den Sinngehalt des EU insgesamt nicht langsam aber sicher untergräbt. Aber genug davon.

Der letzte X-Wing Roman von Michael Stackpole (wobei sein wichtigster Charakter Corran Horn noch ein paar Mal im Rampenlicht steht, ganz zentral in Der Kampf des Jedi) versucht sehr viel in einem Buch unterzubringen, wozu am Anfang ein Anschluss an die Thrawn-Trilogie von Timothy Zahn gehört, dann die endgültige Klärung der Geschichte Isard, eine allgemeine Beschäftigung mit den Erlebnissen der Sonderstaffel (bis auf die Comics zurückgehend), der Verbleib der Gefangenen der Lusankya (dazu muss man “Bacta Piraten” gelesen haben) und der Kampf gegen einen weiteren Kriegsherren, der mehr auf einer Nebenschiene abläuft. In der Tat kommen wieder einmal viele Charaktere (die nicht Corran Horn heißen) dabei etwas zu kurz, er selbst allerdings auch; ebenso leidet die Handlung unter der Überfrachtung und obwohl Stackpole versucht etwas Raffinesse und ein paar unvorgesehene Schachzüge beider Seiten einzuführen, ist der ganze Roman letztendlich ein Abschluss, mit allen Höhen und Tiefen, die dazu gehören.

Trotzdem sehr spannend, keine Frage und als letzter Sonderstaffel-X-Wing Roman auch für jeden Fan der Serie geeignet. Die vielen von mir aufgezählten Makel sind im Gesamtgefüge nur Schönheitsfehler oder können als solche betrachtet werden und die etwas ad hoc aufgebaute Handlung sorgt immerhin für jede Menge Action und ein aufregendes Hin und Her. Einges bleibt am Ende zu bedauern, einiges gelingt am Ende erstaunlich gut. Und irgendwie fühlt man sich doch an Bacta-Piraten erinnert, auch wenn der Roman eigentlich der schwächere, kleine Bruder dieses Buches ist; aber es liegt am Ende, in den letzten Kapiteln, eine ganz bestimmte Qualität, die wie ein DejaVu wirkt.

Das dunkle Imperium – Teil 3


Das kurze Finale der dunklen Imperiums Reihe, eines Comiczykluses, der wie kaum ein anderer die klare Abgrenzung zwischen klassicher Filmtrilogie und erweitertem Buch- und Comic-Universum markiert, fällt sehr knapp aus, zieht aber noch einmal alle Register. Während der Imperator versucht die Solo Kinder in seine Gewalt zu bekommen, um in einem ihrer Körper wieder aufzuerstehen, planen die Rebellen wie einst in Episode VI einen verzweifelten und zugleich tatkräftigen Angriff auf die Eclipse, Palpatines Flagschiff, um sie gegen seine neue Superwaffe einzusetzten.

Luke will derweil mit seiner Gruppe aus Jedi-Rittern zum Imperator selbst vorstoßen. Für beide Pläne bietet sich die Gelegenheit als Palpatine den Zufluchtsort der Solokinder herausfindet und alles auf eine Karte setzt…

Das meiste zu diesem Band wurde auf Amazon. de von “Mario Pf.” bereits hervorragend beschrieben. Mich hat dieser letzte Teil ein wenig mit der Trilogie versöhnt, die irgendwie nicht richtig in die Chronologie zu passen scheint (vielleicht auch weil sie nur als Comic erschien) und doch so klassisch für das EU ist wie wenig anderes und sogar bei Verfechtern der Filme Anhänger gefunden hat.

Fazit: Ein guter Abschluss, der seine Schatten wirft auf die Zukunft und die Vergangenheit im Star Wars EU.

Das dunkle Imperium – Teil II


Während der erste Teil von “Das dunkle Imperium” mehr eine ultimative, dunkle Bedrohung für Luke’s Intrigität bereithielt (und sich von Stimmung und der Komprimiertheit der Handlungfäden gut mit Episode V vergleichen lässt, wobei sich Luke erneut und tiefgehender dem inneren Konflikt stellen musste, der ihn gegen Ende von Episode VI umtrieb) ist der zweite Teil ein umfassender Kampf, in dem sich ein paar der wichtigsten Ereignisse des EU zutragen, die weite Schatten in Vergangenheit und Zukunft werfen.

Der Imperator scheint entgültig tot, die Rebellion ist jedoch fast wieder auf ihre Ursprünge zurückgeworfen worden und noch ist die Dunkelheit, die mit ein paar schnellen Handgriffen jahrelange Fortschritte der Allianz zunichte gemacht hat, nicht aus der Galaxis verschwunden. Noch immer versuchen dunkle Adepten Palpatines seinen Willen durchzusetzen und im Kampf der Superlativen scheinen einmal mehr neue Superwaffen, Droiden und Sternenjäger das Schicksal der Galaxis zu entscheiden.
Doch der eigentliche Kampf, dass weiß Luke, wird sich an der Frage entscheiden, ob die Jedi-Ritter überleben können. Er hat bereits einen weiteren Jedi gefunden und mit Hilfe der Jedi-Holocrons hofft er weitere Verbündete für seinen Wiederauflebungsplan des Jedi-Ordens aufzuspüren. Eine dieser Jedis, eine direkte Nachfahrin von Nomi Sunrider (die 4000 Jahre vor den Ereignissen lebte und in den Comic Essentials “Der Sith Krieg” u.a. verewigt ist) lebt auf Nar Shaada, wo Han und Lea hoffen sie zu finden. Doch auch Lea ist in Gefahr, denn sie trägt einen weiteren mgöichen Jedi-Ritter in sich …

Die neue Allianz nach langen Strapazen und Befreiungskriegen noch einmal so nah an den Rand einer Vernichtung zu drängen und das so plötzlich, erscheint manchem Fan des durch Comics und Romane erweiterten Universums von Star Wars und dessen Chronologie vielleicht zu diesem Zeitpunkt, nach den Ereignissen um Grandadmiral Thrawn, etwas widersinnig, allerdings hat gerade der zweite Teil von “Das dunkle Imperium” durchaus seinen berechtigten Platz in dem Gefüge, nicht nur wegen seiner unnachahmlich wendungsreichen Story, sondern auch wegen der vielen Parallelen zu anderen Star Wars Büchern und Geschichten und den vielen Dingen, die endlich einen wesentlichen Aspekt des erweiterten Universums voranbringen: Die Rückkehr der Jedi-Ritter.

Mag auch die Idee einer Weidererweckung Palpatines manchem zögerlichen Fan eher wie ein Sakrileg gegenüber der Filmtrilogie erscheinen (ganz kann ich mich auch nicht davon losreißen), so hat sie doch eine höchst bemerkenswerte Geschichte entstehen lassen und bietet außerdem noch einmal die Möglichkeit, das ganze Ausmaß von Palpatines Hass und Furcht zu zeigen und zu zelebrieren und somit auch das uralte Erbe der Sith quasi wiederauferstehen zu lassen, sodass man es (von der Chronologie aus gesehen) ein letztes Mal in voller Blüte erleben kann. Denn letztendlich setzt dieser Comic auch der fast 5000 Jahre alten Geschichte von der Rache der Sith ein entgültiges Ende und wird diesem Titel mit seiner farblich surrealen Zeichenkunst und seiner nah am Abgrund wandelnden Story auch mehr als gerecht. Für alle Star Wars begeisterten ist dieser Comic um Materialschalchten, Jedi-Mythen und eine neue Rebellion  sicherlich ein galaktisches Pflichterlebnis.

Das dunkle Imperium – Teil 1


“Luke! Luke! Unterschätze niemals … unterschätze niemals die Macht des Imperators!”
Yoda, kurz vor seinem Tod

Als ein Klassiker neben der Thrawn Trilogie und dem Multimediaprojekt Schatten des Imperiums, hat “Das dunkle Imperium” lange als zentrale Fortsetzung der klassischen Trilogie (fernab der X-Wing Romane und sonstigen militärischen und politischen Krisen nach dem (angeblichen) Tod des Imperators) gegolten und gilt vielleicht immer noch als die ultimative Erweiterung; als eine Geschichte, die selbst ein Star Wars Fan lesen kann, wenn er sonst nichts mit dem EU zu tun haben, aber doch dem Duell zwischen Luke und Palpatine eine weitere Episode hinzufügen will.

Story:
Es sieht schlecht aus für die Rebellion. Mit einem Bündnis haben die übriggebliebenen Würdenträger des Imperiums ihre Kräfte vereint und Coruscant zurückerobert. Zusätzlich scheint irgendeine dunkle Macht nach Luke zu greifen und ihn zu locken und er meint dieser Versuchung zum Wohl der Neuen Republik nachgehen zu müssen. Seine Schwester Lea, längst auch eine Jedi-Ritterin in fortgeschrittener Ausbildung, erwartet derweil ihr drittes Kind. Luke weiß, dass dieses Kind eine große Rolle spielen wird in der Zukunft der Jedi und will seine Schwester unbedingt vor dem neuen allmächtigen Griff der dunklen Seite schützen…

Viele Star Wars Bücher und Comics haben sich bemüht, dem SW Universum neben neuen Geschichten auch eine übergreifende Historie – mit vielen Sichtwinkeln, von Soldaten der hellen und dunklen Seite bis hinauf zum Schicksal der klassischen Charaktere – zu geben. Das Dunkle Imperium wirkt darin wie ein seltsam unnahbarer Einschnitt. In der Tat spricht für die Geschichte, dass ihre Atmosphäre einzigartig und glaubhaft wirkt – alles, die Art der Zeichnung, Kolorierung, die Ereignisse, die Kargheit der Dialoge im Kontrast zu den Bildern und die eingebaute Erzählerstimme, wirken so, als wäre das ganze Universum in ein neues finstres Zeitalter eingetaucht, wäre in den allerdunkelsten Zustand zurückgefallen – doch erscheint dies eben wie ein Knick in der sonst immer recht linearen Verlauf der Chronologie davor und auch danach, besonders wenn man den Epilog zum zweiten Teil liest.

Wie gesagt: Comic und Story einzigartig und sicherlich auch wirkliche eine Lektüre wert, seltsamerweise aber mehr für Freunde der Filme und etwas weniger für alle Fans des erweiterten Roman- und Comicuniversums, für die es zum Zeitpunkt in der Chronologie wie ein Hammerschlag kommt, wie ein halb surrealer, halb schrecklich präziser Traum, in dem sich alles in der Wahrnehmung so angleicht, als wäre es wirklich, bis man erwacht.

Wie gesagt: Ich persönlich finde die Story etwas überzogen und in der Chronologie fehl am Platze, aber abseits davon, als eine alternative Infinites Geschichte z.B., oder als ein einzigartiges Juwel der Fortführung des klassischen Star Wars Konflikts, ist dieses Comic auf jeden Fall lesenswert.

P.S.: Es gibt auch ein Wiedersehen für alle, die den zweiten Band der Han Solo-Trilogie gelesen haben, mit dem Planeten Nar Shadaa und der Mechanikerin Salla. Außerdem erlebte eine gewisse Person mit den Initialen B.F. ihr Comeback in diesem Comic, sieben Jahre nach ihrem vermeindlichen Tod …