Der Pakt von Bakura

Vorweg und Achtung!: Wer eine umfangreiche, chronologisch organisierte Liste der Star Wars Romane & Comics sucht, findet sie in meiner Rezension zu Die ultimative Chronik.

Schon die zeitliche Einordnung von “Der Pakt von Bakura” in das erweiterte Universum der Star Wars Romane und Comcis lässt dieses Buch wie einen etwas halbherzig angehängten Teil aussehen, was leider auch ein wenig den Dimensionen des Buches entspricht. Es war eines der ersten Bücher, die zu Star Wars geschrieben wurden, ungefähr zu der Zeit als Timothy Zahn seine meisterhafte erste Thrawn-Trilogie veröffentlichte und scheitert teilweise an dem Versucht das alte magische, mit dem neuen zu verbinden.

Die Handlung hat, beinahe sofort nach Episode VI einsetzend –s aber eindeutig schon dem Personenreportoir und der Phantastik der erweiterten Star Wars Fiktion frönend – des Öfteren und im ganzen etwas hanebüchenes, gerade wenn man sich vorstellt, dass sie zwischen Episode VI und den sehr gut angepassten, bald im Anschluss spielenden X-Wing Romanen von Michael Stackpole liegt, wo sie nicht so recht hinpassen will:

Eine Alien-Rasse, echsenartig, greift einen entfernten imperialen Stützpunkt auf dem Planeten Bakura an; die Rebellenallianz erfährt zufällig davon und erkennt ihre Chance, einen Fuß bei den Imperialen in die Tür zu kriegen; sie schickt eine Fregatte und ein paar Jagdgeschwader unter dem Kommando des etwas angeschlagenen General Luke Skywalker in das Kampfgebiet, um den Bakuranern gegen die Invasoren beizustehen, des weiteren noch Prinzessin Lea als Unterhändlerin der neuen Allianz. Schnell erkennen Luke, Lea und Han Solo das wahre Ausmaß der Bedrohung, einer Bedrohung, die nicht nur Bakura, sondern auch das ganze Universum einschließt. Eine Bedrohung, der sie mit unliebsamen Verbündeten in einem wackligen Bündnis gegenübertreten müssen…

Etwas zu groß geraten wirkt der Versuch von Kathy Tyers, in ihrem Roman die ultimative Bedrohung nach dem Tod des Imperators-Palpatine mit den neuen Realitäten der Bündnissysteme zu verknüpfen. Obwohl die Ssi-ruuk als Rasse durchaus Potential hätten und ihr Auftauchen mit einer guten Erklärung aufwartet, erscheinen sie einem durchgehend eher als Vorwand für den historischen ersten Zusammenschluss zwischen Rebellion und Imperium und den darauffolgenden diplomatisch-ethischen Konfrontationen. Gerade weil dies die etwas märchenhafte Symbolik von Gut und Böse in den Filmen, gleichsam untergräbt und doch wieder bestätigen will, wirkt alles etwas unglaubwürdig – nur etwas, aber es nagt an einem, ebenso wie die vielen kleinen Stränge, die ins Leere laufen oder unerklärlich ambivalent bleiben (was ja beides grundsätzlich nicht schlimm ist, sich in einem Star Wars Roman aber doch etwas fatal auf das Konzept auswirkt).

Trotz allem hat der Roman neben ein paar poetischen, dramatischen oder legeren Patzern immerhin ein paar gute neue Einblicke in Lukes Psyche und Werdegang zu bieten und offenbart generell auf personeller Ebene einige interessante Beziehungs- und Charakterbrocken. Wären da nicht die immer etwas umbrüchigen Abenteuereinschübe und hätte mancher Charakter nicht nur dieses eine Buch als Bühne, wäre viel möglich gewesen. So bleibt ein Star-Wars Buch, das man nicht gelesen haben muss, dass aber auch kein genereller Querschläger ist. Nur ganz einfügen ins Romanuniversum, will es sich, wie bereits gesagt, an dem gewählten Zeitpunkt nicht.

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