Die dunkle Seite der Macht

Alles steht auf der Kippe im zweiten Band von Zahn’s bahnbrechender Star Wars Buch Trilogie. Obwohl Thrawns Flotte Sieg für Sieg einfährt, scheint sich erst Stück für Stück abzuzeichnen, wie genial der gesamte Plan des Großadmirals wirklich ist und wie komplex er sich des Sieges auf mehreren Ebenen versichert hat. Während Lea versucht das Attentätervolk der Noghri auf ihre Seite zu ziehen, jagen die Republik, sowie Schmuggler und Imperium, hinter dem großen Mythos hinterher, der Katana-Flotte, die mit ihren 200 Dreadnaughts eine kriegsentscheidende Macht darstellt und einst im endlosen Weltraum an unbekannter Stelle strandete. Während Luke vor allem eine Verbindung zu den Wurzeln der Jedi-Ritter sucht, stoßen Han und Lando bei ihren Nachforschungen nicht nur auf einen Hinweis zur Katana-Flotte, sondern auch auf eine Splitterorganisation von Soldaten, deren Schicksal ebenfalls stark mit dem des Thrawnkrieges verknüpft ist …

Der Mittelband einer Trilogie ist oft ein Bindeglied und stellt vor allem die Weichen für die letzten und entscheidenen Gefechte und liefert die zentralen Fakten und Geschichten für die abschließende Action. Oft zeichnen sie sich durch ein großes hin und her aus, langsam werden größere Zusammenhänge aufgedeckt und letzte Parteien, die eine Rolle spielen, werden eingeführt. Timothy Zahn geht größtenteils genau so vor, allerdings hat er es geschafft, dass der Band trotzdem wendungsreich ist und die Spannung sogar noch etwas größer ist, als in dem ersten und dem letzten Band, welcher mehr eine große epische Angelegenheit ist, wie Episode VI etwa. In dem Sinne kann man “Die dunkle Seite der Macht” tatsächlich ein bisschen mit Episode V vergleichen: Viele Rückschläge, viele kleine Siege und eine eher düstere, verhängnisvolle Atmosphäre, die große Erwartungen für den letzten Teil heraufbeschwört; hier findet, so kann man sagen, die größte Zerrissenheit, Barheit statt.

Timothy Zahn hat in seinen drei Romanen das Beste von Star Wars zusammengeführt, sowohl die klassische Sagahaftigkeit, als auch die neuen Errungenschaften, die der Roman für die Materie darstellt, also Innenansichten (und somit Wünsche & Zweifel) der Charaktere und filigrane Ansichten und Beschreibungen zu allen Vorgängen. Dazu kommt noch die Virtuosität, mit der er mehrere Handlungsebenen und – stränge gekonnt zusammen- und auseinanderfließen lässt und stets das Ganze im Auge behält. Insgesamt ist ihm gelungen, was nur wenigen anderen Autoren von Star Wars Büchern (und dann eher selten kontinuierlich) gelingt: Das klassische Star Wars Feeling auch im Roman zu erhalten. Hut ab davor!

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