“Ich habe gehört sie sollen der Beste sein” – Kopfgeld auf Han Solo

Sicherlich ist man sich unter Star Wars Fans einig, dass der Kopfgeldjäger Boba Fett zu den 10 wichtigsten (oder zumindest eindrucksvollsten) Star Wars Charakteren gezählt werden kann. Unter den Nebencharakteren der Filme hat er von allen wohl das meiste aus einem sehr kurzen Auftritt und vielleicht gerade mal 10-15 knappen Sätzen Dialog herausholen können, wenn man sich seine Präsenz im erweiterten Universum ansieht. Im Windschatten dieses Erfolges sind auch zahlreiche andere Kopfgeldjäger erdacht und noch weiter ausgebaut worden – hier enthalten sind die Geschichten, die sich um die fünf anderen Kopfgeldjäger (wobei 4-LOM und Zuckuss zusammenarbeiten) ranken, deren Reihe von Darth Vader in der Szene an Bord der Executor abgeschritten wird, derweil er sie auf den Millennium Falcon als lohnendes Ziel einstimmt, bevor er sich zuletzt an Boba Fett, den sechsten, wendet, mit dem Satz: “Ich will die Besatzung lebend. Das Schiff darf nicht vernichtet werden” (Was in diesem Buch leider geändert wurde in “keine Desintegration” u.Ä. – vielleicht übersetzungstechnisch zum Original korrekter, aber trotzdem irgendwie unpassend.)

Alle diese Geschichten drehen sich zum einen Teil um den bisherigen Werdegang der Kopfgeldjäger, ihre Vergangenheit und ihre Lage zum Zeitpunkt des Treffens auf der Executor, aber es entwickeln sich daraus auch ganz unterschiedliche Geschichten, bei denen die Jagd auf Han Solo meistens nur der Ausgangspunkt und nicht der Mittelpunkt der Geschichte ist.

Obwohl sie alle gut erzählt sind und wieder den ein oder anderen Aspekt oder eine neue Innovationen zum Star Wars Kosmos hinzufügen, sind die Geschichten sowohl in ihrer Anlage, als auch in ihrer Wirkung sehr unterschiedlich. Die Geschichte um IG-88 z.B. fand ich persönlich ein wenig zu Hoch gegriffen, ohne das sie als Geschichte schlecht wäre, aber sie passt in ihren Dimensionen nicht so ganz in das Bild der Geschehnisse im Star Wars Universum.

Die Geschichte um Boba Fett ist übergreifend die interessanteste, die anderen sind mehr als eigenständige Geschichten auf der Basis von Star Wars als Unterhaltung gelungen. Aber auch die Boba-Fett Geschichte schlägt eine Richtung ein, die mir nicht vollständig zusagt und mir sogar teilweise ein wenig blass erscheint (auch wenn sie zweifellos ihre sehr guten Stellen hat). Vielleicht liegt es daran, dass sie in einem scharfen Kontrast zu der Figur steht, die ansonsten als Boba Fett ausgegeben wird.

Fazit: Der Band sprengt sicherlich den Horizont, den man normalerweise bei einem Buch mit dem Titel Kopfgeld auf Han Solo erwarten würde. Fast alle 6 Kopfgeldjäger inkl. Nebenpersonen nehmen sehr gut Gestalt an und die Storys haben alle einen sehr eigenen Einschlag, der aber auch gegen die Erwartungen des Leser laufen kann. Gute Unterhaltung im Star Wars Universum, innerhalb der Fangemeinde sicherlich diskussionswürdig.

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