Isards Rache

Irgendwann gingen dem EU die Schurken aus und man begann alles uns jeden zu klonen, wiederauferstehen und noch mächtiger und grausamer zurückkehren zu lassen. Klar, solche Charaktere wie Ysanne Isard, Grandadmiral Thrawn und der Imperator wachsen natürlich nicht einfach an den Bäumen und diese Rezension will die grundsätzliche Idee der Wiederkehr schon fast vermisster Feinde nicht an den Pranger stellen – Stackpole, muss man sagen, ist dieser Kunstgriff ja auch noch einigermaßen geglückt (im Gegensatz zur klassischen, aber doch sehr bizarren Rückkehr des Imperators in Das Dunkle Imperium I, welches auf diesen Band chronologisch folgt). Es stellt sich nur die Frage, ob es den Sinngehalt des EU insgesamt nicht langsam aber sicher untergräbt. Aber genug davon.

Der letzte X-Wing Roman von Michael Stackpole (wobei sein wichtigster Charakter Corran Horn noch ein paar Mal im Rampenlicht steht, ganz zentral in Der Kampf des Jedi) versucht sehr viel in einem Buch unterzubringen, wozu am Anfang ein Anschluss an die Thrawn-Trilogie von Timothy Zahn gehört, dann die endgültige Klärung der Geschichte Isard, eine allgemeine Beschäftigung mit den Erlebnissen der Sonderstaffel (bis auf die Comics zurückgehend), der Verbleib der Gefangenen der Lusankya (dazu muss man “Bacta Piraten” gelesen haben) und der Kampf gegen einen weiteren Kriegsherren, der mehr auf einer Nebenschiene abläuft. In der Tat kommen wieder einmal viele Charaktere (die nicht Corran Horn heißen) dabei etwas zu kurz, er selbst allerdings auch; ebenso leidet die Handlung unter der Überfrachtung und obwohl Stackpole versucht etwas Raffinesse und ein paar unvorgesehene Schachzüge beider Seiten einzuführen, ist der ganze Roman letztendlich ein Abschluss, mit allen Höhen und Tiefen, die dazu gehören.

Trotzdem sehr spannend, keine Frage und als letzter Sonderstaffel-X-Wing Roman auch für jeden Fan der Serie geeignet. Die vielen von mir aufgezählten Makel sind im Gesamtgefüge nur Schönheitsfehler oder können als solche betrachtet werden und die etwas ad hoc aufgebaute Handlung sorgt immerhin für jede Menge Action und ein aufregendes Hin und Her. Einges bleibt am Ende zu bedauern, einiges gelingt am Ende erstaunlich gut. Und irgendwie fühlt man sich doch an Bacta-Piraten erinnert, auch wenn der Roman eigentlich der schwächere, kleine Bruder dieses Buches ist; aber es liegt am Ende, in den letzten Kapiteln, eine ganz bestimmte Qualität, die wie ein DejaVu wirkt.

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