Schleier der Täuschung

Unter den neueren Star Wars Autoren genießt James Luceno wohl eindeutig die größten Privilegien. Obwohl er sich auch an der fortlaufenden Chronologie der Star Wars Timeline beteiligte (mit dem Buch Millennium Falke und drei Büchern zu dem massiven Zyklus “Das Erbe der Jedi Ritter”, darunter auch den letzten Band 19), ist mit Darth Plageuis vor kurzem bereits der vierte Roman erschienen, der sich an den Randzonen eines der Prequel-Filme bewegt und größere Zusammenhänge der neuen Trilogie aufdeckt, zusammenfügt und interpretiert. Mit Labyrinth des Bösen und “Dunkler Lord – Der Aufstieg des Darth Vader” gelang ihm ein aktionreiches, unterhaltsames und doch versiertes Prequel bzw. Sequel zu Episode III, welche beide sowohl Fragen beantworteten, als auch glaubhaft die Übergange abwickelten.

“Schleier der Täuschung” ist, obwohl vor kurzem erst ins Deutsche übersetzt, das erste Buch außerhalb der “Das Erbe der Jedi-Ritter Reihe”, das Luceno für das Star Wars Universum schrieb. Es liefert eine Vorgeschichte zu vielen Geschehnissen aus Episode 1, wobei das Hauptaugenmerk auf der Handelsförderation (hierfür sollte man auch Der Stark Hyperspace Krieg lesen), der politischen Lage der Republik kurz vor der Blockade Naboos und der Person des Kanzlers Valorum liegt. Aber auch der Pakt zwischen Lord Sidious und Nute Gunray ist Thema, während sich die Geschehnisse der Handlung um eine terroristische Organisation im äußeren Rand und Intrigen im Senat drehen . Darüber hinaus erweitert das Buch den Plan des Sith-Lords Sidious, die Republik zu stürzen, um eine weitere raffinierte Vorstufe.

Enttäuscht hat mich, dass Qui-Gon Jin, ein Charakter, dessen Potential in der Star Wars Literatur wohl auf ewig ungenutzt bleiben wird, auch in Lucenos Buch (ebenso der junge Obi-Wan Kenobi) sehr blass auftritt. Das mag daran liegen, dass die Jedi nicht im Zentrum des Geschehens stehen, was ja, wenn man die Thematik des Buches kennt, eigentlich nur konsequent ist. Aber trotzdem haben die Dialoge zwischen den beiden etwas sehr Routiniertes, Abweisendes.

Sehr gekonnt ist dagegen, wie schon erwähnt, wie Luceno alle Fäden zusammenführt, dabei sehr viele Aspekte im Auge behält und noch zahlreiche eigene Ideen und Figuren einbaut, die trotzdem nicht mit der Handlung der Filme kollidieren und sie sogar glaubhaft stützen und erweitern.

Alles in allem hat das Buch sicherlich seine kleinen Mankos, ist aber als Prequel nahezu unverzichtbar und letztlich auch gelungen, vor allem wenn man bedenkt, dass Luceno sich ja nach dem Film richten musste. Sicherlich kein so umfassendes Projekt wie sein Meisterwerk “Darth Plagueis”, aber dennoch sehr gut.

Leave a Reply

Fill in your details below or click an icon to log in:

WordPress.com Logo

You are commenting using your WordPress.com account. Log Out / Change )

Twitter picture

You are commenting using your Twitter account. Log Out / Change )

Facebook photo

You are commenting using your Facebook account. Log Out / Change )

Google+ photo

You are commenting using your Google+ account. Log Out / Change )

Connecting to %s