Zahns Roman um Korruption, Sturmtruppen, Mara Jade und eine Verschwörung

Seit “Crimson Empire” und “Erben des Imperiums” hat es im erweiterten Universum von Star Wars Tradition, sich auch auf die andere Seite der Star Wars Ideale zu begeben und auch Akteure und Charaktere des Imperiums und der Sith als Helden in Aktion treten zu lassen. Das mag die Metaphysik von Gut und Böse, die das Weltraumepos in den Filmen so stark ausmacht, leicht ins Wanken bringen, ist aber eine überlebenswichtige Weiterentwicklung und Subtilisierung von George Lucas genialer Konzeptionen.

Im Roman Treueschwur, mit dem Timothy Zahn sich in alter Verfassung ins Star Wars Universum zurückmeldet, liegt das Augenmerk der Erzählung gleich auf zwei Handlungssträngen, die Charaktere des Imperiums zum Thema haben. Da wären einmal 5 Sturmtruppenkadetten, die, mehr unfreiwillig (wegen eines Unfalls) zu Deserteuren werden. Doch halten sie an ihrem Schwur gegenüber den imperialen Bürgern fest, auch wenn die Korruption von Palpatines Staatsapparates sie an dem System selbst zweifeln lässt. Und so fangen sie an dem Imperium auf ihre eigene Art zu dienen und für Gerechtigkeit zu sorgen …
Im zweiten Handlungsbogen gibt Mara Jade, 18 Jahre jung und nach wie vor eine der besten Figuren, die Zahn geschaffen hat, sich die Ehre, im Auftrag des Imperators: Sie ermittelt in den eigenen koruppten Reihen und ist schon bald einer Verschwörung nicht unerheblichen Ausmaßes auf der Spur…

Sehr interessant und genial “verzahnt” ist nicht nur die Story, die sich aus diesen beiden Strängen (gepaart mit einem etwas schwächeren Teil um unsere Helden Luke, Han und Leia) langsam herauskristallisiert und sich um Piraten, Korruption und die Belange des Shelsha-Sektor (eines eher unwichtigen und verkommenen Winkels der Galaxis) dreht, sondern z.B. auch die Begegnungen von Darth Vader und Mara Jade, die ambivalente Stellung zwischen Recht und Unrecht, die eine Sturmtruppe einnimmt und die tatsächliche Hilflosigkeit (und das Uninteresse) von Imperium und Rebellion gegenüber lokalen Vebrechen und Verbrechersyndikaten.

Obwohl Zahn das Medium des Romans für das Star Wars Universum wieder beeindruckend genutzt hat und weder Langeweile, noch ästhetischer Frust aufkommen, gibt es sicherlich ein-zwei Kleinigkeiten zu bemängeln, aber es bleibt trotzdem ein ziemlich guter, eben auf die andere Seite der Star Wars Ideale fixiertes Abenteuer übrig. Wer Mara Jade (mal wieder) gerne in Aktion erleben und etwas mehr über die Sicht der Soldaten und Charaktere des Imperiums lernen will, sollte den Roman auf jeden Fall lesen. Zahn hat mit “Einsame Entscheidungen” ja auch bereits einen Quasi-Fortsetzung nachgelegt.

“Solo, stellte sich Han vor und fühlte dabei einen Stich. Es gab eine Reihe von Möglichkeiten – legale und andere -, wie jemand seine Identität überprüfen konnte, und in dieser Hinsicht zu lügen würde ihn nur noch verdächtiger erscheinen lassen. Außer dieser Sache mit Jabba und ein paar anderen unbedeutenden Problemen hatte er momentan keinen nennenswerten Ärger mit irgendjemandem. Zumindest, wenn man diese ganze Todesstern-Geschichte nicht mitzählte, die ihm sowieso niemand beweisen konnte.”
(Textausschnitt)

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