Denn Nirgendwo steht doch geschrieben/ Han und Lea müssten sich lieben.

Mit Entführung nach Dathomir wird zum ersten Mal ein zentrales Thema der klassichen Trilogie aufgegriffen, dass bisher eher mit Samthandschuhen angefasst wurde: Die Liebe zwischen Lea und Han, zwischen einer Prinzessin und einem Schurken, in einer Galaxis, die genauso häufig von Politik und Tradition bestimmt wird, wie die Geschicke auf unserem Planeten einst und heute. Episode V und VI haben die meisten Zuschauer sicherlich überzeugt, dass das eigenwillige Paar auf jeden Fall eine Zukunft haben wird und in ewiger Liebe verbunden ist und eigentlich wäre es ja fast schon Frevel daran noch irgendwie zu kratzen.

4 Jahre nach Ende des Krieges sieht es trotzdem zunächst ganz anders aus. Natürlich, sie haben eine gemeinsame Vergangenheit, dei beiden, doch davon scheint in der neuerwachten Gegenwart wenig angekommen zu sein. Han hat nach einer langen Jagd auf Kriegsherr Zsinj zwar endlich mal wieder Zeit für Lea, aber als er auf Coruscant eintrifft muss er feststellen, dass Lea just einen anderen Heiratsantrag erhält – und der neue Nebenbuhler ist ausgerechnet ein Prinz, der ihr anbietet, einmal über einen der mächtigsten Sternenhaufen in der Galaxis zu gebieten. Und was hat Han ihr zu bieten? (Eine Frage die wohlgemerkt bisher nie eine Rolle spielte und man kann darüber streiten, ob es folgereichtig ist, dass diese Frage nun wichtig wird). Fieberhaft versucht Han irgendwas aufzutreiben, mit dem er Lea beeindrucken und zurückgewinnen kann. Und das führt die klassische Star Wars Crew um Han, Lea, Luke und CO schließlich an einen recht prähistorischen Ort…

Viele Aspekte zur Einordung, der übergreifenden Bedeutung und den Schwächen der Handlung sind bereits in einer sehr guten Rezension von Mario Pf. dargelegt worden. Hinzuzufügen ist, dass “Entführung nach Dathomir” in manchen seiner Aspekte (z.B. eine gute Darstellung von Luke, auch wenn sie in Sachen Weisheit nicht immer ganz mit seiner darauffolgenden Rolle in Erben des Imperiums übereinstimmt, außerdem die Erfindung der Hexen von Dathomir) ein guter und wichtiger Star Wars Teil ist, im Gesamtbild, als Roman betrachtet, aber eindeutig große Schwächen aufweist. Nicht nur die etwas gehetzte Handlung, das Schwanken zwischen intensiven Macht- und Kraftbetrachtungen und einfachen, banalen Schlachten, sondern auch die starken Schwankungen in der Psyche mancher Charaktere weist Ungereimtheiten auf, die vielleicht nicht aus der Luft genommen, aber doch zumindest nicht in den richtigen Zusammenhang gesetzt werden. Desweitern ist für jeden, der die X-Wing Romane gelesen hat, die Art wie Zsinj hier abserviert wird, geradezu schockierend und wenig elegant.

Allgemein hinterlässt der Band einen Phantomschmerz im EU und schafft es, gleichsam faktisch wichtig und erzählersich uninteressant zu sein. Viele kleine Beobachtungen stechen hervor und so bleibt das Leseerlebnis von einem übergreifenden Gefühl von unnahbare Ambivalenz überschattet.

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