Kurze Rezension zu “It’s kind of a funny story”…


„Was wir brauchen, sind ein paar verrückte Leute; seht euch an, wohin uns die Normalen gebracht haben.“
George Bernard Shaw

Es ist manchmal schon unheimlich, wie sehr ein Film, der ja eigentlich in jeder Szene bloß gespielt ist und in jedem Detail geplant, etwas so trefflich nachstellen kann, was im Leben einfach passiert. Aber bestimmte Dinge des Lebens sind wohl so universell, dass sie sich darstellen lassen oder vielleicht reagiert irgendwas in uns auch auf kleine Gesten, die in eine annäherend bekannte Richtung weisen und füllt diese mit Gefühlen, Eindrücken aus der eigenen Erinnerung.

Craig geht es nicht gut, seelisch. Eigentlich hat er keine Probleme. Klar, da ist das Mädchen, das er toll findet, das aber mit jemand anderem zusammen ist. Aber er hat eine tolle Familie – gut, einen etwas überehrgeizigen Vater, aber alle unterstützen ihn. Er geht auf eine gute Schule, hat Freunde. Alles hält sich in Grenzen, nur der übliche Stress. Aber das reicht schon – irgendwo ist da ein schwarzen Loch, auf jedem Weg, den er gehen soll, will(?), kann(??). Als es in einer Nacht richtig schlimm ist, beschließt er in die Notaufnahme zu gehen. In der ersten Panik weißt er sich selbst in die stationäre Psychatrie ein…

Da ich selbst einige Zeit in einer psychatrischen Einrichtung (allerdings natürlich nicht in den USA) verbracht habe, hat der Film einige Erinnerungen hervorgerufen und allgemein habe ich sehr darauf geachtet wie mit dem Thema umgegangen wird. Alles in allem wird natürlich viele doch etwas schwierigere Problematiken ausgespart, was natürlich aus der Kombination von Coming of Age und dem Thema Depression resultiert. Trotzdem und obwohl der Film auch sehr glatt ist, habe ich ihn als sehr ehrlich erlebt. Auch die Lektüre des Buches (Eine echt verrückte Story) kann ich nur empfehlen. Als ähnliche Filme und Bücher wären zu nennen: Das also ist mein Leben, nebst der Verfilmung Vielleicht lieber morgen, Von der Kunst, sich durchzumogeln und vielleicht ganz entfernt John Greens Buch: Die erste Liebe: nach 19 vergeblichen Versuchen.

Wer einen Film sehen will, der das Thema eher schonungslos aufzieht, wird wahrscheinlich enttäuscht – hier wären die Filme Prozac Nation – Mein Leben mit der Psychopille und Durchgeknallt – Girl, Interrupted die bessere Wahl. Wer aber mal wieder etwas über das Erwachsenwerden erfahren will und einen rundum schönen, unaufgeregten Film sehen wil, der aufgrund von witzigen Einfällen, Abwechslung, Selbstironie und guter Balance nie banal und nie übereifrig wird, der kann gefahrlos zuschlagen. Einige kleine Aha-Momente reihen sich mit vielen ausgeglichen-schönen ein. Am Ende ist man verblüfft, wie schnell die Zeit vergangen ist.

Link zum Film: http://www.amazon.de/Kind-Funny-Story-Zach-Galifianakis/dp/B004YMR2AG/ref=cm_cr_pr_pb_t

*Diese Rezension ist bereits teilweise auf Amazon.de erschienen.

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