Zu “Jennifer Blood 2 – Frühjahrsputz”


Frühjahrsputz Eigentlich war ja alles geklärt, alle Onkel waren erledigt, der Vater gerächt, die Woche vorbei und es könnte nach all dem Stress ein wunderbarer Sonntag auf dem Programm stehen. Aber nicht nur vergisst Jen (alias Jennifer Blood), die Hausfrau und Mutter mit der Nightime-Rächerin/Killerin-Persönlichkeit, die Waffenkammer im Keller fachgerecht zu schließen (woraufhin der Sohn sie findet), zusätzlich gibt es neuen Ärger wegen des albernen Cheerleader/Ninja-Killerkommandos, das sie während ihrem Rachefeldzug mal eben ausgeschaltet hatte, denn deren Eltern sind nun plötzlich ihrerseits auf Rache aus; außerdem rückt ihr die Polizei etwas näher auf die Pelle. Alle wollen also Jennifer Blood und das fast schon totgeglaubte Alias hat plötzlich wieder jede Menge zu tun…

Garth Ennis, Creater von Jennifer Blood, gab für die Issues #7-12 den Stab an Al Ewing weiter (und kehrte später zurück). Ewing (unterstützt von Kewher Ball, der bereits #5-6 gezeichnet hatte, und Eman Casallos bei #9) gelingt es erstaunlich gut, die abgedrehte und glatte Coolness von Ennis aufzugreifen und mit einer etwas komplexeren Storystruktur zu kombinieren. Auch bei ihm krankt der Comic noch immer an einigen Diskrepanzen, besonders was die Motivation mancher Figuren betrifft (z.B. scheinen die Eltern der Cheerleader nicht wirklich an Rache interessiert zu sein, mehr so als täten sie dergleichen aus Gewohnheit/Pflichtbewusstsein). Auch hat Jen wieder leichtes Spiel mit allen ihren Opfern. Aber statt sie einfach nur als aalglatte Killerin darzustellen, zeigt Ewing geschickt auf, dass sie auch viel von einer Psychopathin hat und ihre Rechtfertigungen für die neuen Gewaltausbrüche im besten Fall dürftig sind, nicht nur provisorisch, sondern vielleicht auch schlicht heuchlerisch.

Auch einige zwischenmenschliche Dimensionen bekommen endlich etwas Tiefe und Jens Familie ist nicht mehr komplett zum Statistendasein verdammt. Es gibt wieder einige witzig-gewöhnungsbedürftige Gags und Verrücktheiten, wirklich abgründig wird das Werk aber nie, höchstens die Figur Jennifer Blood. Viele sympathische Figuren und spannende Stränge gehen schließlich in Jens durchgestylten Actioneinsätzen unter.

Wieder sechs Tage im Leben von Jennifer Blood, turbulent, gnadenlos, spritzig und teilweise etwas antiklimaktisch. In mancher Hinsicht kündigen sich in diesem Band einige Entwicklungen an, die zumindest noch für einen dritten spannenden Band sorgen könnten und für Fans von Action mit ein bisschen gelungenem Drumherum ist der Band durchaus zu empfehlen. Wer übertrieben taffe Frauen als Comicfiguren mag, dem wird Jennifer Blood eh gefallen.

Fazit:

Lesenswert:
🌟 🌟 🌟
Grafik:
🌟 🌟 🌟 🌟
Story:
🌟 🌟 🌟 🌟
Aufmachung:
🌟 🌟 🌟 🌟

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