Zu “Schreiben für ewige Anfänger” von Andreas Thalmayr


Schreiben für Anfänger Nach „Das Wasserzeichen der Poesie“ (darf in keinem Lyrik-Bücherschrank fehlen) und „Lyrik nervt!“ hat Andreas Thalmayr (alias HME) wieder zugeschlagen, diesmal mit einem handlichen Büchlein, das schon im Titel den gewohnten Schalk des Verfassers anklingen lässt und ansonsten etwas Ähnliches wie Mario Vargas Llosas „Briefe an einen jungen Schriftsteller“ erwarten lässt, nur pointierter.

In der Tat ist dieses Buch vor allem mit dem Amüsement liiert und wer einen Schreibratgeber oder ein Rekapitulieren des Schriftsteller*innenalltags erhofft, der sollte lieber zur Llosas Buch oder Sol Steins „Über das Schreiben“ greifen oder nach einem anderen Werk dieses Kalibers schauen.

In „Schreiben für ewige Anfänger“ wird nämlich vor allem – in 27 fiktiven Briefen von Thalmayr an einen zunächst ganz am Anfang stehenden und dann im Verlauf mit einem Debüt aufwartenden Autor – anekdotisch parliert; die Leser*innen kennen nur Thalmayrs-Briefe, die des Autors sind nicht enthalten, es wird nur auf sie angespielt, Bezug genommen.

Bonmots und Randbemerkungen, sowie literarische Anspielungen, sind die Hauptzutaten. Darüber hinaus wird hauptsächlich auf hohem Niveau (und hintersinnig) gejammert und ausschweifend gewarnt: Der fiktive Autor soll sich ja nicht vereinnahmen lassen, man wird einiges von ihm erwarten, was er nie wollte, es eröffnen sich viele Abgründe im Betrieb und in der Medienlandschaft, die Thalmayr leichtfüßig und streifend durchexerziert.

Thalmayrs Hinweise lesen sich wie ein Abschreckungskatalog, wobei der beschriebene Umfang der Belastung und all die Fragen nach Do’s und Dont’s eher nur Schriftsteller*innen höheren Kalibers betreffen werden, die aber durch all das (und das leere weiße Blatt) wohl tatsächlich ewige Anfänger*innen sind.

Fazit: ein amüsantes Büchlein, das zwar hier und dort zu denken gibt, aber von Anfang wenig Ernsthaftigkeit verströmt, sodass es eher eine kurzweilige Lektüre bleibt, ein kleines Insight mit viel Vergnügen und wenig Lehrreichem.

Im Anhang befinden sich noch drei Supplements: Christoph Martin Wielands „Über das Urheberrecht“, ein Auszug aus dem genannten Buch von Llosa und „Ratschläge für einen jungen Schriftsteller“ von Danilo Kiš.

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