Category Archives: Star Wars

Zu “Crimson Empire II”


Crimson Empire 2 (Vorweg: allen Fans und Interessierten empfehle ich diese Liste für einen Gesamtüberblick zu den Büchern und Comics des erweiterten Star Wars Universums)

Während die Rebellion, bzw. Neue Allianz nach der Zerschlagung von Palpatines letzter grausamer Regentschaft entgültig die zentrale Macht in der Galaxie darstellt, ist das Imperium in zwistige und undurchsichtige innere Machtkämpfe verstrickt. Mit Carnor Jax ist ein weiterer “neuer Imperator” gestürzt worden, diesmal allerdings nicht durch die Rebellion, sondern durch den letzten Mann, der sich Palpatine noch verpflichtet fühlt: Kir Kanos, der zugleich auch der letzte Überlebende aus Palpatines Ehrengarade ist. Jetzt hat er es auf die Leute abgesehen, die Jax bei seinem Putsch den Rücken deckten: die Verräter aus dem provisorischen Rat des Restimperiums.

Doch mittlerweile hat die Intrige um die Herrschaftsfolge im Imperium bereits wieder neue Teilnehmer und Mitspieler bekommen. Dazu gehören neben den Angehörigen des provisorischen Rates auch ein Hutt und ein geheimnisvoller schwarzgekleideter Mann, der hinter den Fronten Strippen zieht und fleißig manipuliert. Und es scheint beinahe so, als würde jemand Kanos die Arbeit abnehmen wollen, denn bald schon sterben einige schwer bewachte Ratsmitglieder – wofür  Kanos selbstredend verantwortlich gemacht wird. Zu seiner Jagd auf den Rat und seinem ungeklärten Verhältnis zu der Rebellenanführerin Mirith, gesellt sich jetzt noch zusätzlich ein vom Imperium ausgesetztes Kopfgeld, für das sich jeder Verbrecher einen ganzen Planeten kaufen könnte…

Weiter noch als im ersten Teil, erstreckt sich die Handlung von CE 2 auf verschiedene Orte und bindet sehr viele Fraktionen ein, vom Imperium über die schwarze Sonne bis zur Rebellenallianz und versucht komplexe Interessenstrukturen abzubilden. Kir Kanos steht weniger im Rampenlicht als noch im ersten Teil, dafür wird man immer wieder Zeuge der äußerst nebulösen Ränkeschmiedereien im provisorischen Rat, die teilweise spannend sind, teilweise überstrapaziert werden.

Insgesamt wird nicht auf neue Innovationsimpulse, sondern das bereits eingerichtete Setting gesetzt, die Handlung ist für einen Star-Wars-Comic erstaunlich differenziert aufgezogen. Doch obwohl dieses Werk in der Star Wars Chronologie gerade wegen seiner Einblicke in die imperiale Politik nach Palpatine sicherlich interessant ist, kann es sich doch nicht ganz entscheiden, wem es sich mehr verpflichtet fühlt: der Aufklärung über die Intrigen und Geschehnisse im Zentrum der imperialen Macht oder seinem Hauptcharakter Kir Kanos.

Fazit:

Wichtigkeit für die Star-Wars-EU-Chronologie:
🌟 🌟 🌟
Grafik:
🌟 🌟 🌟 🌟 (nicht genial, aber doch sehr gut)
Story:
🌟 🌟 🌟 🌟 (gelungen)
Aufmachung:
🌟 🌟 🌟 🌟 🌟 (Es empfiehlt sich die Hardcover Ausgabe aus der Star-Wars-Kollektion zu nehmen, aber auch die Sonderband-Ausgabe erhält vier Sterne)

Zu “Crimson Empire”


Crimson Empire (Vorweg: allen Fans und Interessierten empfehle ich diese Liste für einen Gesamtüberblick zu den Büchern und Comics des erweiterten Star Wars Universums)

Durch das Erweiterte Universum (EU) der Romane und Comics, die im Star Wars Kosmos angesiedelt sind, werden den Leser*innen (neben Geschichten über alte und neue Helden der Rebellion und der Jedi-Ritter), auch vermehrt die Charaktere und Helden der dunklen Seite der Macht, sprich der Sith und des Imperiums, näher gebracht. Zu ihnen zählen der gerissene Großadmiral Thrawn , Mara Jade (siehe: “Mara Jade – Die Hand des Imperators”) oder es wurde, wie z.B. im Fall Darth Maul (siehe: “Der Schattenjäger”), die Figur noch vertieft.

Crimon Empire ist eine sehr eigenständige Geschichte, die fast ohne die Auftritte bekannterer Figuren auskommt (und immerhin zwei Fortsetzungen nach sich zog), schließt aber andererseits an die Reihe Das Dunkle Imperium, also die Auferstehung und den erneuten Niedergang des Imperators Palpatine, an.

Das letzte überlebende Mitglied von Palpatines loyaler Leib- und Ehrengarde, Kir Kanos, weiterhin treu dem Eid, den er auf den Imperator geschworen hat, streift fast vergessen durchs Universum, in dem sich gerade eine neue Republik herausbildet, während der imperiale Machtblock sich innerhalb seiner eigenen Regierung um die Machtverteilung streitet (mehr Informationen um das Drum Herum erfährt man allerdings größtenteils aus dem Handbuch zu der Serie, im Deutschen nur abgedruckt im Anhang zu “Crimson Empire 2”).

Kir ist auf der Suche nach dem Mann, der sie alle, den Imperator und seine Brüder von der Garde, verraten und indirekt getötet hat: Carnor Jax, mittlerweile einer der mächtigsten Anführer des Restimperiums. Kir Kanos will nicht eher ruhen, bis er und seine Mitverschwörer vom provisorischen Rat tot sind. Doch obwohl er diesen letzten Dienst für den Imperator im Alleingang erledigen will, kommt ihm neben dem Imperium auch noch eine schöne Anführerin der Rebellenallianz in die Quere; ein Ärgernis, das auch seine Prinzipien gefährdet …

Crimson Empire ist ein Perle des EU und zugleich eine sehr gut ausbalancierte Kombination aus innovativer Story-Line und altbewährten StarWars-Elementen. Interessante Rückblicke wechseln sich mit Kampfszenen und zwischenmenschlichen Highlights ab, es gibt vielen Wendungen und einige Überraschungen. Alles in allem: eine der besten Comicstorys, die Star Wars zu bieten hat.

Fazit:

Wichtigkeit für die Star-Wars-EU-Chronologie:
🌟 🌟 🌟
Grafik:
🌟 🌟 🌟 🌟 (nicht genial, aber doch sehr gut)
Story:
🌟 🌟 🌟 🌟 🌟 (einmalig)
Aufmachung:
🌟 🌟 🌟 🌟 🌟 (Es empfiehlt sich die Hardcover Ausgabe aus der Star-Wars-Kollektion zu nehmen, aber auch die Sonderband oder Master-Ausgaben erhalten vier Sterne)

Zu der George Lucas Biographie von Brian Jay Jones


Das war 1975. Und niemand, auch nicht Lucas, war klar, dass er mit den Sequel- und Merchandising-Rechten gerade eine Milliarden-Dollar-Klausel ausgehandelt hatte.

Das war am Anfang. Also nicht ganz am Anfang. Ganz am Anfang steht in jeder Biografie die Geburt, das Aufwachsen, die Begegnung mit den Faszinationen, die später, tranformiert, das Werk prägen werden.
Es ist eine schwierige Gratwanderung, eine George Lucas-Biographie zu schreiben. Denn sein Name ist so sehr Synonym für Star Wars (oder vielleicht Indiana Jones oder meinetwegen auch visionäre Sound- und Animationstechnik), dass ein Biograph einerseits Gefahr laufen könnte, zu viel Gewicht auf die Geschichte dieser Werke zu verwenden, in Ausmaßen, die mit Lucas Leben und Schaffen nicht mehr direkt etwas zu tun haben oder es überschatten und andererseits besteht das Risiko, dass eine George Lucas-Biographie die Fans enttäuscht, wenn sie den mit seinem Namen fest verknüpften Werken zu wenig Platz einräumt.

Bedenkt man diese Voraussetzungen, so erkennt man schnell, dass Brian Jay Jones eine gute Balance geglückt ist: Das Buch ist eine Biographie der Persönlichkeit von Lucas und keine Biographie von Krieg der Sterne oder einem anderen Projekt. Auch wer ein Buch sucht, in dem das Verhältnis zwischen Lucas und der Inspiration zu seinen Filmen komplexer beleuchtet wird, wird hier nur bedingt fündig werden (und ich würde ihn oder sie eher an “Star Wars, Magie und Mythos” oder direkt an eine von Lucas Inspirationsquellen “Der Heros in tausend Gestalten” verweisen).
Zwar nennt Jones gewissenhaft die frühen und späten Inspirationsquellen und gibt immer wieder Abrisse über Hintergründe, Lektüren, frühere Stadien, aber derlei wird eher kurz am Wegrand aufgetürmt und selten vertieft.

Überhaupt legt Jones Biographie zumeist ein straffes Tempo vor, schafft es so allerdings, das Hin und Her von Lucas jahrzehntelangem Kampf für ein eigenes, unabhängiges Studiogelände, seine Vision von Kino, die Perfektionierung seiner Werke zu verkörpern. Auf diesem Wege gelingt dem Buch auch das Einfangen von Lucas zurückhaltendem, teilweise sehr eigenbrötlerischem Charakter.
Etwas überstrapaziert wird die Einbindung von Wortmeldungen von Weggefährt*innen, Freund*innen und sonstigen Beteiligten (über das ganze Buch verteilt gibt es über 1500 Quellenhinweiszeichen, die zu einem umfangreichen Register gehören und fast alle auf wörtliche Aussagen in Interviews, Dokumenten, Biographien, etc. verweisen). Natürlich ist das Zusammentragen einer so umfangreichen Meinungssammlung verdienstvoll und in den vielen Zitaten spiegelt sich das Bild von George Lucas in all der Vielschichtigkeit wieder, die eine Biographie bei einem Menschen herausarbeiten sollte. An einigen Stellen ist die Redundanzdichte aber wirklich zu hoch.

Der Biographie geht es auch weniger um Lucas Faszination, mehr um die enormen Widerstände, technischen Hindernisse, zwischenmenschlichen Probleme und Schwächen, die in Lucas Person und Werkgeschichte eine zentrale Rolle spielen; sie werden geradezu minuziös ausgebreitet. Mitunter hat man das Gefühl, Jones hat an sich selbst den Anspruch gestellt, eine dezidiert kritische Arbeit vorzulegen. Auch wenn er Lucas Verdienste und Erfolge betont und illuminiert, lässt er keine Gelegenheit aus, um auf Niederlagen, Fehler oder die Schrulligkeit des Portraitierten einzugehen.

Das ist vielleicht auch der Tatsache geschuldet, das Lucas, obwohl er der Schöpfer von Star Wars und Indiana Jones ist, kein wirklich aufregendes Leben hatte und die Dramatik aus dem geschaffen werden muss, was da ist. In relativem Wohlstand geboren und nie vor wirklich existenzbedrohende Entscheidungen gestellt (auch wenn er manchmal enorme Risiken einging, von sich aus), nie auf der Suche nach allzu großen Abenteuern, ist Lucas Leben die Geschichte eines mutigen, aber doch nicht tollkühnen, Visionärs, der durch Glück und Hartnäckigkeit zum Schaffer einiger popkulturell sehr bedeutsamer Ideen und Figuren wurde.

Alles in allem ist die Biographie ein schöner Schmöker. Ich hatte mir schon erhofft, gerade im letzten Kapitel ein wenig über Lucas Treatments für die neueren Filme zu erfahren (auf die Disney ja dann nicht zurückgriff) oder über seine Einstellung zum EU und dem Star Wars Franchise. Doch gerade in den letzten Kapiteln geht es vor allem um die Skywalker-Ranch und die Formalitäten beim Verkauf an Disney und Lucas neuste Projekte, seine derzeitige Lebenssituation.

Doch, und das ist schon wichtig zu betonen: Jones ist hier ein sehr authentisches Porträt gelungen – was man schon daran sieht, dass es eben nicht in jedem Moment vor Spannung sprüht. Gewissenhaft geht er vor, im richtigen Moment mit Witz, Anekdoten oder Differenzierungen punktend. Alles in allem also: der geballte George Lucas, unverstellt, ein ungeschönter Gesamteindruck.

Zu “Das goldene Zeitalter der Sith”


Goldene Zeitalter der Sith In den Spielfilmen, die bisher erschienen sind, wird die Bezeichnung Sith fast ausschließlich für Jedi-Ritter verwendet, die zur dunklen Seite übergetreten sind. Doch wer oder was waren/sind die Sith ursprünglich? Eine Rasse, eine Religion, eine Einstellung zur Macht? Alles drei? Und wie kamen die Sith zum ersten Mal mit den Jedi in Kontakt?

Diese Fragen sind es vor allem, auf die dieser Comic, der 5000 Jahre vor der Schlacht von Yavin spielt, Antworten gibt (er entstand 1997, als der Vorfreude-Hype um Episode 1 bereits eingesetzt hatte). Zu diesem Zeitpunkt ist das Hyperraumreisen bereits üblich, allerdings findet es sehr selten abseits genau markierter Routen statt. Neue Routen zu suchen und zu kartographieren ist also eine profitable, aber oftmals auch eine gefährliche Angelegenheit. Ein Geschwisterpaar wird schließlich, bei ihrem Versuch in neue Welten vorzustoßen, mit ihrer Entdeckung des Sith-Imperiums den Anfang aller Kriege zwischen Jedi und Sith einläuten.

Die Jedi-Ritter sind in “Das goldene Zeitalter der Sith” zwar schon Hüter der Freiheit und des Gesetzes, die Verzahnung mit dem Apparat der neuen Republik scheint allerdings noch deutlich schwächer zu sein, als zu Zeiten von Episode I. Vor vielen Jahren spaltete sich der Orden beim großen Schisma und die dunklen Jedi wurden in unbekannte Regionen verbannt und sind beinahe schon vergessen.

Obwohl diese Comics den bisher frühsten auserzählten Teil der Chronologie von Star Wars darstellen, sind sie nicht der Anfang von allem, aber in ihnen beginnt der Prozess, dessen Vollendung und Abschluss erst mit Palpatine und seiner Zerschlagung der Republik, sowie der Errichtung des Imperiums erreicht wird.

Als eben dieser Ausgangspunkt, als große Klammer, in der alle Entwicklungen und Kämpfe des Sith- und des Jedi-Ordens gefasst sind, hat dieser Comic also eine wesentliche Bedeutung und ist zurecht ein Klassiker. Er und seine Nachfolger machten Star Wars (bevor Disney kam) zu etwas viel Weitreichenderem und gaben dem Erweiterten Universum abseits aller Abenteuer, Legenden und Kämpfe auch eine Chronologie, eine Historie, die zu verfolgen sich lohnte.

Dass das Star Wars Universum nach seiner Entstehung eine eigenen Dynamik aufnahm und sich so kolossal erweiterte, lag sicherlich vor allem an einigen sehr attraktiven Faktoren. So baute sein Kosmos, seine ganze Struktur, nicht auf einer kommenden Zukunft der Menschheit (wie so viele andere Sci-Fi Serien) auf, sondern stellte ein komplett autonomes Universum dar, mit vielen unterschiedlichen Möglichkeiten zur Erweiterung.
Mit der Macht und ihrer Unterscheidung in Gut Böse, den Jedi, Laserschwertern und v.a. Dingen waren bereits wesentliche Grundsteine für ein nahezu endloses und doch glaubwürdiges Konflikt- und Abenteuerpotential geschaffen – und zuletzt waren noch so viele Herkünfte und geschichtliche Abläufe nach den klassischen Trilogien (in denen sie angeschnitten wurden) ungeklärt geblieben, sodass die Filme geradezu nach einer Erweiterung zu schreien schienen.

Gelungen war die Erweiterung von George Lucas Erfindung, die in ihren besten Ausformungen so gut die Gratwanderung zwischen Mystischem und Epischem zu meister weiß, letztendlich wegen der strikten Vorlage, dass alle Bücher und Comics und Spiele entweder in die Chronologie des Ganzen passen mussten oder klar als alternative/parodistische/oder sonst fremde Stränge gekennzeichnet wurden

Eine der gelungensten Erweiterungen ist sicherlich dieser Comic.

Fazit:

Wichtigkeit für die Star-Wars-EU-Chronologie
🌟 🌟 🌟 🌟 🌟 
Grafik:  
🌟 🌟 🌟 🌟  (teilweise etwas schwammig)
Story:
🌟 🌟 🌟 🌟  (wendungsreich, aber nicht atemberaubend)
Aufmachung:
🌟 🌟 🌟 🌟  (in der aktuellsten Version als Star-Wars-Essentials der übliche Paperbackeinband von Panini, gute Qualität)

Zu “Schatten des Imperiums”


Star Wars Schatten des Imperiums (Vorweg: allen Fans des EU von Star Wars empfehle ich diese Liste zum Gesamtüberblick)

“Schatten des Imperiums”: eine der wenigen Nicht-Film-Geschichten des Star Wars Universums, die Kult-Status erlangte. Es ist außerdem eines der wenigen Star Wars-Projekte außerhalb der Filmtrilogien, dem dieselbe epische Faszination innewohnt und dessen Feeling nah an die Filme heranreicht. 

Dies resultiert sicherlich daraus, dass man die Geschichten um Dash Rendar, Prinz Xizor, Boba Fett und die bildschöne Attentäterdroidin Guri sowohl lesen (in Form von Buch & Comic), als auch selbst (aus der Perspektive Rendars) nachspielen konnte (im PC-Spiel “Shadows of the Empire”). Jedes Medium bietet dabei einen etwas anderen Einblick in die Geschichte, die den Zeitraum zwischen Episode 5 & 6 beleuchtet.

Während das Game Dash Rendar in den Mittelpunkt rückt und das Buch die Fehde zwischen Prinz Xizor und Darth Vader, so wie deren Jagd nach Luke Skywalker erzählt, konzentriert sich der Comic sehr auf die Kopfgeldjägerjagd auf Boba Fett und seine wertvolle Beute, den in Karbonit eingefrorenen Han Solo. 

Der Kampf zwischen Vader und Xizor, um die Gunst des Imperators wird allerdings ebenfalls verhandelt. Während Vader nach Luke suchen lässt, um ihn lebend für die dunkle Seite zu gewinnen, ist der gerissene Xizor, der sich als Anführer der zwielichtigen Verbrecher-Organisation Schwarze Sonne beiden Seiten gegenüber scheinverpflichtet, darauf aus, Luke zu töten und Vader somit in einem schlechten Licht dastehen zu lassen. In all dem Chaos Versuchen Luke, Lea und Lando ihre Suche nach Han voranzutreiben, wofür sie verhängnisvoller Weise auch die Hilfe von Xizor in Anspruch nehmen …

Schatten des Imperiums ist, obwohl es die Lücke zwischen Episode 5 und 6 schließt, eine sehr eigenständige und facettenreiche Geschichte. Nicht nur die ambivalente Beziehung zwischen Vader und dem Imperator kommt hier zu Vorschein (und nach den Ereignissen in der Prequel-Trilogie ist diese Ambivalenz nur allzu verständlich), auch Boba Fett macht seinem Ruf alle Ehre und ist hier in der Rolle seines Lebens . Und auch wenn die tolle Figur Dash Rendars etwas zu kurz kommt und die Suche nach Han etwas dürftig und oberflächlich bleibt (im Gegensatz zum Roman), hat die ganze Geschichte etwas sehr Fesselndes.

Für alle, die eine neue und dennoch alte Geschichte aus dem Star Wars Universum erleben wollen, ist Schatten des Imperiums eine der wenigen Gelegenheiten. Es kann auf keinen Fall schaden, den Roman vielleicht vorher zu lesen – und nachher das Spiel zu spielen, wenn man Lust hat.

P.S.: Es gibt auch eine nette Fortsetzung, in der der Charakter Guri ins Rampenlicht rückt, wenn auch von der Geschichte her nicht ganz so episch und gut: “Schatten des Imperiums: Evolution”.

Fazit:

Wichtigkeit für die Star-Wars-EU-Chronologie
🌟 🌟 🌟 🌟
Grafik:  
🌟 🌟 🌟 🌟
Story:
🌟 🌟 🌟 🌟 🌟 (einmalig)
Aufmachung:
🌟 🌟 🌟 🌟 (In der Essentials-Version gute Paperbackqualität, in der Star Wars Comic Kollektion-Version guter Einband, schlechtere Qualität bei den Farben)

Zu den Feest Classic Star Wars Bänden 1-8


Star Wars Feest Classic (Vorweg: allen Fans des EU von Star Wars empfehle ich diese Liste zum Gesamtüberblick)

Drei Abschnitte im erweiterten Universum von Star Wars werden zu einem hohen Anteil von Comics abgedeckt: Zum einen die Ereignisse, die etwa 5000 bis 3000 Jahre vor der Schlacht von Yavin (angefangen bei Das Goldene Zeitalter der Sith) verortet sind, zum anderen viele zentrale Ereignisse der Klonkriege und schließlich die Abschnitte zwischen den der drei klassischen Star Wars Episoden IV, V und VI.

Neben der Star Wars Classics-Reihe von Marvel (die in Deutschland teilweise in den Reihen “Krieg der Sterne”- und “Star Wars”-Bänden bei Ehapa erschienen) gab es auch die Classic Star Wars Bände 1-8 (der neunte ist eine Comicvariante des Han Solo-Romans “Auf Stars End”). Sie spielen beinahe ausschließlich zwischen Episode IV und V und bis Band 7 bauen sie auch aufeinander auf.

In dem ersten Band der Reihe ist die Rebellion, in der Person von Luke und Leia, wie in vielen Geschichten, die zwischen Episode IV und V spielen, auf der Suche nach einem Standort für eine neue Basis. Auf einer Dschungelwelt gestrandet und von Han Solo gerade noch gerettet, verschlägt es die drei Helden nach Ord Mantell, wo es dann zu der Begegnung mit einem (in Episode V wird gleich zu Anfang auf dieses Ereignis angespielt) Kopfgeldjäger kommt. Des Weiteren bekommt die Rebellion auch Nachricht von einem Admiral der imperialen Flotte, der die Rebellion vor einer neuen Superwaffe Darth Vaders warnt …

Nicht unbedingt revolutionär gemalt (sie erinnern in ihrer Farbwahl an die belgischen Comics bei Carlsen) sind die Classic Bände eher für die ganz hungrigen Star Wars Fans, die einfach nicht genug bekommen können. Wettgemacht wird das Graphische zum Teil von den Dialogen und der wendungsreichen Storyline, die den Übergang von der Basis auf Yavin nach Hoth beschreibt, die Entwicklung des Supersternenzerstörers Executor und das wachsende Interesse Darth Vaders an dem jungen Luke Skywalker.

Fazit:

Wichtigkeit für die Star-Wars-EU-Chronologie:
🌟 🌟 🌟
Grafik:
🌟 🌟 🌟
Story:
🌟 🌟 🌟 🌟  (wendungsreich, aber nicht atemberaubend)
Aufmachung:
🌟 🌟 (sehr unhandlich-großformatige und neu nicht mehr zu bekommende Bände)

Denn Nirgendwo steht doch geschrieben/ Han und Lea müssten sich lieben.


Mit Entführung nach Dathomir wird zum ersten Mal ein zentrales Thema der klassichen Trilogie aufgegriffen, dass bisher eher mit Samthandschuhen angefasst wurde: Die Liebe zwischen Lea und Han, zwischen einer Prinzessin und einem Schurken, in einer Galaxis, die genauso häufig von Politik und Tradition bestimmt wird, wie die Geschicke auf unserem Planeten einst und heute. Episode V und VI haben die meisten Zuschauer sicherlich überzeugt, dass das eigenwillige Paar auf jeden Fall eine Zukunft haben wird und in ewiger Liebe verbunden ist und eigentlich wäre es ja fast schon Frevel daran noch irgendwie zu kratzen.

4 Jahre nach Ende des Krieges sieht es trotzdem zunächst ganz anders aus. Natürlich, sie haben eine gemeinsame Vergangenheit, dei beiden, doch davon scheint in der neuerwachten Gegenwart wenig angekommen zu sein. Han hat nach einer langen Jagd auf Kriegsherr Zsinj zwar endlich mal wieder Zeit für Lea, aber als er auf Coruscant eintrifft muss er feststellen, dass Lea just einen anderen Heiratsantrag erhält – und der neue Nebenbuhler ist ausgerechnet ein Prinz, der ihr anbietet, einmal über einen der mächtigsten Sternenhaufen in der Galaxis zu gebieten. Und was hat Han ihr zu bieten? (Eine Frage die wohlgemerkt bisher nie eine Rolle spielte und man kann darüber streiten, ob es folgereichtig ist, dass diese Frage nun wichtig wird). Fieberhaft versucht Han irgendwas aufzutreiben, mit dem er Lea beeindrucken und zurückgewinnen kann. Und das führt die klassische Star Wars Crew um Han, Lea, Luke und CO schließlich an einen recht prähistorischen Ort…

Viele Aspekte zur Einordung, der übergreifenden Bedeutung und den Schwächen der Handlung sind bereits in einer sehr guten Rezension von Mario Pf. dargelegt worden. Hinzuzufügen ist, dass “Entführung nach Dathomir” in manchen seiner Aspekte (z.B. eine gute Darstellung von Luke, auch wenn sie in Sachen Weisheit nicht immer ganz mit seiner darauffolgenden Rolle in Erben des Imperiums übereinstimmt, außerdem die Erfindung der Hexen von Dathomir) ein guter und wichtiger Star Wars Teil ist, im Gesamtbild, als Roman betrachtet, aber eindeutig große Schwächen aufweist. Nicht nur die etwas gehetzte Handlung, das Schwanken zwischen intensiven Macht- und Kraftbetrachtungen und einfachen, banalen Schlachten, sondern auch die starken Schwankungen in der Psyche mancher Charaktere weist Ungereimtheiten auf, die vielleicht nicht aus der Luft genommen, aber doch zumindest nicht in den richtigen Zusammenhang gesetzt werden. Desweitern ist für jeden, der die X-Wing Romane gelesen hat, die Art wie Zsinj hier abserviert wird, geradezu schockierend und wenig elegant.

Allgemein hinterlässt der Band einen Phantomschmerz im EU und schafft es, gleichsam faktisch wichtig und erzählersich uninteressant zu sein. Viele kleine Beobachtungen stechen hervor und so bleibt das Leseerlebnis von einem übergreifenden Gefühl von unnahbare Ambivalenz überschattet.