Zu Kazuo Ishiguros Werk


Ich habe mich sehr gefreut, als die Nobelpreisjury dieses Jahr Kazuo Ishiguro auszeichnete. Auf Signaturen-magazin.de habe ich einen kleinen Essay zu seinem Werk verfasst. Titel: Ungeheure menschliche Dimensionen.

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Zu dem bemerkenswerten Buch “Der Sinn des Lesens”, das Vermächtnis des Autors Pieter Steinz


(© des Bildes by Marina Büttner)

„Antiklimaxe, das Leben ist voll davon. Die Weltliteratur übrigens auch, und die schönsten sind im Werk von Franz Kafka zu finden. Große und faszinierende Romane wie Das Schloss blieben ohne Schluss […] doch auch viele seiner vollendeten Erzählungen enden mit einer Antiklimax. In manchen Fällen erhöhen diese den absurden Gehalt, in anderen die philosophische Wirkung – man gerät ins Nachdenken.“

Das Leben hat in der Tat viele Antiklimaxe, den größten hebt es sich bis zum Schluss auf, trägt ihn aber schon immer mit sich: den Tod, der dann auch folgerichtig am Ende von Kafkas einzigem mit einem Ende versehenen Roman steht, in dem das Leben ein Prozess ist, den der Mensch nicht gewinnen kann (ein Verfallsprozess). Die meisten Menschen können dieser finalen Antiklimax lange aus dem Weg gehen, weil der genaue Zeitpunkt unbekannt ist und man sich so mit jedem Akt des Lebendigen fernab der Aussichtslosigkeit bewegt – es gilt hier jene paradoxe Weisheit Senecas: man ist so lange unsterblich bis man stirbt.

Doch was ist, wenn man, noch am Leben, ein recht genaues Todesurteil in Händen hält? Es gehört nicht zu den zweiundfünfzig Büchern, die der niederländische Schriftsteller, Gelehrte und Direktor der niederländischen Literaturstiftung Pieter Steinz für seine Kolumnenserie (aus der dieses Buch hervorgegangen ist) ausgewählt hat, doch Victor Hugos Die letzten Tage eines Verurteilten wäre sicherlich im späteren Verlauf seiner Krankheit ebenfalls eine Lektüre gewesen, mit der er sich ein Dialog entsponnen hätte – oder vielleicht gerade nicht, denn Steinz geht es eigentlich nie um die seelische Vorbereitung auf den Tod, sondern um das Gewahr werden und Auskosten der Aspekte des Lebens, um den Trost, um die Bewältigung, die weiterhin das Wichtigste ist – nach Rilke: „Wer spricht von Siegen/ Überstehn ist alles.“

„Das Buch, das so entstanden ist, gibt vielleicht keine definitive Antwort auf die Frage, ob Literatur in schwierigen Situationen Trost bieten kann, für mich hat sich auf jeden Fall erwiesen, dass zumindest das Schreiben über Literatur sehr tröstlich ist.“

2013 wird bei Pieter Steinz ALS diagnostiziert, eine unheilbare, degenerative Erkrankung des zentralen Nervensystems; der einzige prominente Überlebende von ALS ist Stephen Hawking, der allerdings an einer speziellen Form der Erkrankung leidet. Nicht ein einziges Mal im ganzen Buch beklagt Steinz dieses Schicksal (auch wenn natürlich Bedauern, Nostalgie und Schwermut manchmal eine Rolle spielen) und schon im ersten Text des Buches, über Platons Phaidon und den Tod des Sokrates durch den selbstzugeführten Schierlingstrank, positioniert er sich gleichsam fatalistisch und lebensbejahend: Fatalistisch, weil er nicht versuchen will, das Unvermeidliche zu leugnen und es stattdessen hinnimmt, lebensbejahend, weil er es nicht als Ende einer erfüllten Existenz ansieht, auch wenn er von nun an seine Tage in großen Teilen eingeschränkt verbringen muss und immer mehr Freuden unmöglich werden. Da in den Niederlanden die aktive Sterbehilfe erlaubt ist, hat Steinz sich früh entschlossen, in dem Moment, in dem es gar keine Möglichkeit mehr gibt, am Leben aktiv teilzunehmen, diese in Anspruch zu nehmen.

„ALS ist eine Krankheit, die die Phantasie beflügelt. Negativ natürlich und in verschiedenerlei Hinsicht. Seitdem die meisten Krebsarten nicht mehr automatisch das Todesurteil bedeuten und AIDS sich gut mit Medikamentencocktails bekämpfen lässt, haben tödlich Nervenkrankheiten die Rolle des ultimativen Angstgegners übernommen. […] Vor allem, dass die eigenen Gliedmaßen eine nach der anderen gelähmt werden, bis man nur noch die Augen bewegen kann, grenzt an puren Horror.“

Wie gegen den „puren Horror“ angehen? Steinz will, neben Aktivitäten mit der Familie und der Fortführung seiner gewohnten Arbeit (so lange wie möglich), noch einmal viele seiner Lieblingswerke und Lebensbücher lesen. Auch wenn sich diese Lektüreliste an seinen Vorlieben orientiert, haben die Bücher öfters einen Bezug zu seinem momentanen Krankheitsverlauf, seinen neusten Erfahrungen mit der Behandlung, den Einschränkungen. So ist das Kapitel über Kafka, das die Erzählung Der Hungerkünstler zum Thema hat, verknüpft mit seinem erzwungenen Hungern (da die Schluckmuskeln ebenfalls abgebaut werden), eine Ausführung zu Rabelais großem Roman Gargantua und Pantagruel beschäftigt sich ebenfalls mit der Üppigkeit und den Ausschweifungen der Genüsse, die nicht mehr möglich sind, in einem anderen Text wirft er Dickens spaßeshalber vor, dass er viele Berufsklassen durch Figuren portraitiert (und persifliert) hat, aber keine Ärzte.

Meist ist eine Figur aus den Texten oder ihre generelle Botschaft, denen sich Steinz verbunden fühlt und die er ins Zentrum stellt. Als er eine Zeit im Krankenhaus verbringt, in dem er zwar nicht sterben wird, aber wo letztlich Eingriffe und Therapien durchgeführt werden, die sein Leben nur unwesentlich verlängern, muss er an Hans Castorp aus Thomas Manns Zauberberg denken. Er kam eigentlich nur ins Krankenhaus für einen kurzen Aufenthalt, um eine Magensonde legen zu lassen, musste dann aber wegen zahlreicher Komplikationen drei Wochen bleiben; Castorp will nur einen Freund besuchen und bleibt dann sieben Jahre in der Lungenheilanstalt – Jahre, die ihn prägen. Steinz betont vor allem die Unterschiede zwischen seiner Lage und der von Castorp, aber am Ende weiß er doch, warum er sich an Manns Bildungskind erinnert fühlt:

„Nein, das Krankenhaus ist kein Zauberberg. Dennoch sehe ich eine wesentliche Gemeinsamkeit zwischen meinem Werdegang und der Hauptperson Manns. Nachdem Hans Castorp nach sieben Jahren endlich perfekt gebildet vom Berg hinabsteigt, spaziert er geradewegs in die Schützengräben des ersten Weltkriegs. All die Jahre der Sorge und Bildung sind umsonst gewesen. Wenn ich nach all den sündhaft teuren Operationen, den hundert Arten von Medikamenten und den Wochen liebevoller Pflege und Betreuung die Intensivstation verlasse, habe ich noch immer ALS, und ein langes Leben wird mir nicht vergönnt sein. Es ist ein Stück Ironie, für das sich Thomas Mann nicht geschämt haben würde.“

Also doch die Aussichtslosigkeit? Eben das ist so beeindruckend (und doch tief authentisch) an dem Buch: jeder weitere Text versucht wiederum (was einige Wiederholungen bedingt) mit der Lage umzugehen, kann wiederum nicht leugnen, dass es sich bei den Schilderungen und Erzählungen eben um eine Chronik des Verfalls handelt, egal, was man diesem Verfall noch abtrotzen kann. Steinz bietet alles dagegen auf: Genüsse, Gedanken, Erkenntnisse und Erinnerungen. Und dass diesen Dingen nur ein zeitweiliger Sieg eingeräumt werden kann, ist stets klar.

Dieses Denken, Leben, Erfassen im Angesicht eines nahenden Todes ist ganz klar eine Ausnahmesituation und doch ein Sinnbild für die verwirrende Verquickung von „carpe diem“ und „c’est la vie“, die in jeder Existenz am Werk ist; voller Momente, die schön sind und in ihrer Schönheit schon wieder grausam, schon wieder aufgeladen, schon wieder unerreichbar.

„Eine der schönsten Erfahrungen des zurückliegenden Jahres, seit dem Moment, als bekannt wurde, dass ich an ALS leide, war der Strom an Briefen und E-Mails, die ich von Bekannten und Unbekannten bekam. Jeder versuchte, Trost zu spenden, und sehr oft bestand dieser Trost in einer Erinnerung an etwas Kleines, mit dem ich das Leben des anderen ein wenig verändert hätte: eine helfende Hand, die ich gereicht, ein Seminar, das ich gegeben, ein Praktikum, das ich ernsthaft betreut, einen Artikel, den ich in der Zeitung veröffentlicht, oder einen Scherz, den ich gemacht hatte.“

Gedichte und Romane, Klassiker von Dumas und Orwell, Sagen und Märchen, unbekanntere niederländische Klassiker, aus ihnen allen zieht Steinz Trost und kann in ihnen kleine Bastionen für seine Lebensfrohsinn aufbauen, mit denen er sich gegen seine täglichen Sorgen und Nöte rüstet. Sie begleiten ihn auf einem Weg, den er nicht gehen wollte, aber nun entschieden geht. In einem der besten Kapitel begegnet er einem Leidensverwandten, dem Philosophen Boethius, der, zum Tode verurteilt, sein Schicksal in seinem Werk Trost der Philosophie (geschrieben in der Haft vor der Vollstreckung) zu verstehen suchte. Steinz destilliert die Weisheit dieses Werkes auf seine Weise:

„Alle Menschen stecken in ihrem großen Rad, sind einmal oben und dann wieder unten. Das einzige, worauf Fortuna keinen Einfluss hat, ist der eigene Geist und die eigene Güte – sie müssen ausreichen, um einen durchs Leben zu bringen.“

Solche feinen Hoffnungen inmitten des groben Lebens, von Literatur gewoben, machen neben den Schilderungen des Krankheitsverlaufes – erschütternd und doch schlicht, manchmal fast unverfänglich dargelegt – den Inhalt dieses Werkes aus.
Dass Literatur nicht nur Bewältigung ist, sondern in ihr die tiefe Hoffnung schlummert, dass sich Menschen mit Geschichten und Gedanken auch über Generationen hinweg beistehen können, ist seine Botschaft, seine Idee. Und die Plätze auf der Liste der Dinge, die noch zu tun bleiben, wenn das Leben zu Ende geht, sind an so manches Buch nicht verschwendet.

„Sozusagen als Droste-Effekt sollte auf der Bucketlist eines jeden auf alle Fälle High Fidelty stehen, denn der zwanzig Jahre alte Roman von Nick Hornby ist zweifellos das schönste Buch über Listen, das jemals geschrieben worden ist. […] Listen anzulegen heißt leben – Nick Hornby wird mir aus ganzem Herzen zustimmen.“

Die Offenheit, mit der Steinz in diesem Werk von sich und seinen Leiden, aber eben auch von seinen Empfindungen und Eindrücken, bei der Lektüre und in anderen Moment, berichtet, hat mich tief bewegt. Es ist keine sich zur Schau stellende Offenheit und auch keine rein dokumentarische. Es ist eine Offenheit, die noch vieles vermitteln will und sich deswegen öffnet. Dankbares und Erfreuliches (das man sich als Leser*in, wenn man sich in die Krankheit und ihre Erscheinung hineinversetzt, kaum noch vorstellen kann) wird eben so wenig verschwiegen wie die zahllosen Rückschläge und Einschnitte; auch die seltsamen Heilsversprechen nicht, die Steinz erreichen, der teilweise problematische Umgang der Ärzte und anderer offizieller Stellen mit seiner Krankheit. Als sein Verfall keinen ganz so raschen Fortgang zeigt, wie prognostiziert, schreibt Steinz:

„Unbewusst schämt man sich ein bisschen, dass man nach einem halben Jahr, dann nach einem Jahr, und schließlich nach anderthalb Jahren noch immer nicht tot ist.“

und als er von anderen darauf angesprochen wird, dass es bewundernswert ist, dass er sich nicht beklagt, obwohl er sich der Hoffnungslosigkeit seiner Lage bewusst ist, setzt er sich wiederum durch die Literatur – genauer mit Edgar Allan Poe, der fürchtete lebendig begraben zu werden und oft in dieser Angst schwelgte wie in einer Hoffnungslosigkeit – mit diesen Aussagen auseinander und resümiert:

„Selbstmitleid ist ebenso wie die Todesangst kontraproduktiv und reine Zeitverschwendung – und damit eigentlich ein vorzeitiges Begräbnis.“

Nun habe ich viel über dieses Buch geschrieben und ich weiß, es ist eigentlich noch immer nicht genug. Dieses Buch ist etwas Besonderes, in all seiner Einfachheit, seinen Wiederholungen und seiner Schmerzlichkeit; und nicht nur, weil es das Vermächtnis eines belesenen Geistes ist, der viele Sympathien in einem weckt, durch die Art wie er mit der Welt umgeht.

Steinz starb 2016. Die Hoffnung, das Versprechen, die Kunst, die Stärke, die Macht, die Idee der Literatur werden durch sein Schreiben, seine Auseinandersetzung, an verschiedensten Stellen offengelegt. Zwar ist die Literatur nicht der Protagonist von Der Sinn des Lesens – diesen Platz nimmt die Krankheit ein. Aber die Literatur ist der Sidekick, ist die liebenswerteste Nebenfigur, die im richtigen Moment genau das Richtige sagt, die in all ihrer Bescheidenheit ihren Beitrag leistet. Wie jener Schwertmeister in Game of Thrones, der Aria Stark die Flucht vor der kaiserlichen Garde ermöglicht und sie jenen Spruch lehrt, den sie von da an beherzigen wird und den auch Steinz während seiner Krankheit zu schätzen lernt:

„Mein Bestreben ist es, meine Augen zufrieden zu schließen […] bis dahin hole ich aus dem Leben heraus, was herauszuholen ist, und behalte dabei den knappen Dialog im Hinterkopf, den ich kurz nach meiner Diagnose mit meinem siebenjährigen Neffen geführt habe.
-Du stirbst, nicht wahr?-, fragte er und sah von seinem iPad hoch, auf dem er ein Spiel spielte, in dem es um einen Affen ging, der mehrere Leben hat.
-Ja-, sagte ich.
-Aber nicht heute-, sagte er beschwörend, als hätte er Angst, dass ich auf der Stelle das eine Level gegen das andere eintauschen würde.
-Nein, heute nicht.-“

Zu den Gedichten von Reinhard Lechner in “Erzähl mir vom Mistral”


„Eichen stellen ihre Nahrung um
auf ein leichteres Licht,

der Mensch am Meer entwirft sich in Wellen,
brandet gegen den anderen, entwirft sich wieder,

verkörpert ein Ganzes, das sich hinnimmt ins Kleine“

Der Mistral ist ein häufig auftretender Wind in Frankreichs Provence, der von Nordwest kommt, kühle Luft mit sich bringt und erstaunliche Geschwindigkeiten entwickeln kann. Er bedingt auch ein tiefes Dunkelblau am Tag und einen klaren Sternenhimmel in der Nacht.

So hat die Aufforderung „Erzähl mir vom Mistral“, die den Titel von Reinhard Lechners neustem Band bildet, eine magische Note, die etwas Drückendes, Drohendes und doch auch etwas Leuchtendes mit sich führt. Die Gedichte selbst sind ein bisschen auf dieses Magische ausgerichtet, greifen es auf, wo sie es finden können.

„Der Wagen läuft warm unter Sternen.“

Den Inhalt des Bandes bilden eine Frankreichreise und die daraus resultierenden, illuminierten Eindrücke. Schon das erste Gedicht, das früh das Stern-Motiv aufgreift, stellt den Aufbruch dar, im Folgenden werden dann häufig Orte (beispielsweise Cannes oder Nizza) zu Titeln und Motiven der Gedichte werden.

Was sich schnell bemerkbar macht ist ein gewisses Fernhalten, ein Rahmen der Momente, das oft sehr klar das Objekt vom Betrachter trennt, bevor sie ineinander fallen, und zwischen der reinen Beobachtung & Darstellung und den Momenten der Verschmelzung changiert. Der beschwörende, aber auch mit allen Erscheinungen kommunizierende Tonfall skizziert mit schneller und doch bedächtiger Hand den Anschein hinter dem Erblickten, entfremdet es aber auch unerwartet.

„kommen und gehen Tage, da ist die Welt, wie man sie sieht:

es regnet, oder die Villen haben geweint
(ihr Make-up ist verwischt), einige Balkone sind zu Boden gefallen;
nachts tritt jemand hinaus, raucht, hegt Groll auf die Sterne.“

Doch in diesem Streifen und Zuspitzen werden sehr genau die Szenerien aufgetrennt, manchmal präziser als man zunächst denkt. Der Ton setzt hoch an, geht aber dann nicht noch höher, hält vielmehr das Geschehen mit seinen Gesten in seinem Bann.

Rastlos und doch verweilend, die Zeilen; dieses Verweilen in der Hand wiegend und dann auf etwas kommend, dann bis zum Kern vordringend, aber ohne den Gegenstand zu entblättern, ihm bleibt seine Untiefe. Erfahrungen dieser Art machte ich oft beim Lesen. Und dann der Moment, wenn wirklich Landschaft und Ich, Seele und Sicht ineinander gleiten:

„Du kannst langsam auf dich zusinken, in der präzisen
lila Landschaft
findest du zurück in deine Hülle,
Bäume wachsen aus dem Gras, minutiös wachsen Pfirsiche,
Ziegen dechiffrieren die Welt mit einem Laut
und fern der Quellcodes weißt du es:

du wirst wieder Milch trinken“

Ein kurzer, aber sich einprägender Lyrikband, dessen Gedichte zu einer wiederholten Lektüre, zu einer wiederholten Erfahrung einladen. Das Verhältnis von Ich und Welt wird hier auf eine spannende Weise erforscht und fokussiert, dann wieder zerfasert, dann wieder herangeholt. Sollte man lesen!

 

Zu Marc-Uwe Kling und seinem Roman “Qualityland”


Stanislaw Lem wird der Satz zugeschrieben: “Ein Zukunftsroman hat entweder absolut nichts mit den bestehenden Verhältnissen zu tun oder er kritisiert sie.” Wilhelm Busch, der unverbesserliche Spaßmacher, schrieb einmal: “Was man ernst meint, sagt man am besten im Scherz.” Diese beiden Sätze fielen mir immer wieder ein, während ich “Qualityland” las. Erster aus simplen, zweiter aus komplexeren Gründen, die weiter unten noch einmal aufgegriffen werden.

Ich habe, nach der erheiternden und teilweise inspirierenden Lektüre von Marc-Uwe Klings neustem Wurf, noch lange über diesen Roman nachgedacht. Irgendwie war ich trotz aller Freude, die ich beim Lesen empfunden hatte (hervorgerufen durch Gags, geniale Einfälle, wunderbare Spitzen und die hier und da eingestreuten Zitate und Verweise auf Popkultur, Geschichte und Wissenschaft, oft mit skurrilem Einschlag), nicht ganz sicher, wie ich das Buch verorten sollte. Sprachlich eher einfach und straight (wenn auch immer wieder mit gekonnten Stilwechseln und einer generellen Sicherheit im Ton, in der Darstellung), die Figurenzeichnung wunderbar komisch, aber nicht gerade tiefgründig und vielschichtig. Es wäre wohl auch unsinnig, solche Maßstäbe an ein Buch anzulegen, das seinen Fokus auf Themen und nicht auf Figuren legt.

Peter muss sich nicht die Mühe machen, relevante Informationen zu finden. Die relevanten Informationen machen sich die Mühe, Peter zu finden.

“Qualityland” ist eine Zukunftsvision, doch ich zögere, es einen Sci-Fi Roman zu nennen, weil die darin beschrieben technischen Errungenschaften mit algorhytmischen Tendenzen im Prinzip nur die ausgewachsenen, (noch) totalsierteren Versionen der Einrichtungen und Systeme von heute darstellen. Natürlich hat Marc-Uwe Kling auch einige schöne Erfindungen erdacht – aber im Prinzip basiert die von ihm erschaffene Welt auf dem Weiterdenken und Zuspitzen derzeitiger Erscheinungen und Entwicklungen; knapp an der Übertreibung vorbei, aber eigentlich sehr realistisch, geradezu gegenwärtig, zeitgeistig; deswegen mein Zögern, „Qualityland“ einen Sci-Fi-Roman zu nennen. Aber auch Bezeichnungen wie „beissende Satire“ würden zu kurz greifen.

Wie einst George Orwell oder Aldous Huxley, gibt Kling seiner Welt zunächst den Anstrich einer utopischen Ausrichtung (wenn das Buch auch in zwei Versionen erhältlich ist, von denen eine mit utopischen Intermezzos, die andere mit dystopisch-zynisch-satirischen Intermezzos versehen ist; am Ende des Buches befinden sich ein QR-Code und ein Link, mit dem man sich die Inhalte des jeweils anderen Buches ansehen kann, sodass ein doppelter Kauf nicht nötig ist). In dieser Utopie ist personalisierte Digitalisierung in ihre Vervollkommnung eingetreten: jede/r findet den/die richtige/n Partner*in, die richtigen Freund*innen, bekommt die richtigen Gebrauchsgegenstände geliefert, ihm/ihr wird die passende Werbung angezeigt und es gibt eigentlich nichts, was der Mensch noch selbst machen muss, außer sich seiner Prägung entsprechend zu verhalten oder hier und da eine Aufstiegschance zu nutzen oder den potentiellen Abstieg zu verhindern, der ihn zur Nutzlosigkeit verdammen würde.

Für diese durch-personalisierte Welt, die trotzdem von monopolistischen und totalitären Firmen und Dienstleistern quasi kontrolliert wird und in der es endgültig zu einer klar hervortretenden Klassengesellschaft gekommen ist, hat der Autor viele schöne Beispiele arrangiert, angefangen bei den Nachnahmen der Menschen, die den Berufen ihrer Eltern entsprechen, über einen Date-/Liebesdienst, der die Profile seiner Kund*innen einfach zusammenbringt & die angesprochenen Intermezzi, die meist aus absurd anmutenden Produktwerbungen und Nachrichtenmeldungen bestehen, bis hin zu vielen personalisierten Produkten:

In der Schule, sagt Peter, hatte ich mal eine Freundin, in deren Version von Game of Thrones keine einzige Figur gestorben ist. Die haben immer nur eine Sinnkrise bekommen und sind ausgewandert, oder so.

Diese ganze Charade wirkt immer wieder aberwitzig, ist aber bei genauer Betrachtung selten weit von der Wirklichkeit entfernt, sodass es einen schon ein bisschen gruseln könnte, würde man es nicht gerade so witzig finden, was dem Protagonisten von seiner Umwelt alles zugemutet wird. Allerdings sollte man sich dann auch mal fragen, was einem selbst so alles zugemutet wird – und noch zugemutet werden könnte. Denn Peter Arbeitsloser ist eben nicht nur die Fortsetzung des Kleinkünstlers mit anderen Mitteln – er ist auch der Nachfahre einer Gesellschaft, die sich vom System übervorteilen ließ.

“Ich hab es einfach satt, dass immer keiner verantwortlich ist. Immer ist das System schuld. Aber es gibt eben doch auch Leute, die dafür verantwortlich sind, dass das System ist, wie es ist!”

Die Herren der Welt, wie Noam Chomsky sie nannte. Bei Marc-Uwe Kling treten sie als Witzfiguren auf, als selbstzufriedene und blöde Fatzkes (wie schon im Känguru, an der Stelle hat sich nix verändert), die entweder nicht den Intellekt haben, die Situation zu durchschauen oder nicht die moralische Integrität, sie zu ändern (manchmal erstaunlicherweise auch beides). Dass es vor allem der Stumpfsinn ist, der in den Köpfen dieser Herr*innen der Welt regiert, der blinde und unreflektierte Systemglaube, ist gleichsam entlarvend, aber hier und da wirkt dieses brachial-plumpe Pochen auf dieser Dummheit auch etwas vereinfacht. Natürlich: wer sich umsieht, wird merken, dass wir in einer teilweise ziemlich pervertierten Welt leben und viele Schriftsteller*innen haben den Fehler gemacht, ihren Charakteren nicht das übliche Maß an Dummheit zuzumuten, das nun mal durchaus in der Welt draußen floriert. Trotzdem: manches, was haarsträubend genug ist, wird so allzu sehr zur Karikatur, hinter der die beunruhigenden Facetten der Machtpositionen nicht mehr ganz hervorlugen.

Wirklich beeindruckend an „Qualityland“ ist, wie Kling darin immer wieder Dialoge entspinnt, in denen ganz klar die Problematik und nicht nur die Komik des derzeitigen Systems und seiner Entwicklung hervorgehoben wird. Und nicht nur das: es werden konkrete philosophische und soziologische Dilemmata aufgeworfen und diskutiert, mit einer Leichtigkeit und Unwillkürlichkeit, die etwas leicht Gestelltes, aber auch etwas Geniales, Treffliches haben – vor allem wenn das Gespräch zwischen einem selbstfahrenden Auto und Peter Arbeitsloser stattfindet:

“Weißt du, was der entscheidende Unterschied zwischen euch und uns ist?”
“Was denn?”
“Wenn ein selbstfahrendes Auto einen Fehler macht, lernen alle anderen Autos durch diesen Fehler und machen ihn nicht wieder. Unterschiedliche Menschen machen immer wieder den gleichen Fehler. Ihr lernt nicht voneinander.”
“Ich verrate dir mal was”, sagt Peter. “Oft macht sogar derselbe Mensch den gleichen Fehler noch mal.”

Diese Zusammenführung von komischer und kritischer Perspektive, von Witz und Nachdenklichkeit, von Lachen und Entsetzen manchmal, ist der bewundernswerteste Zug dieses Buches. Und ebenso erstaunlich ist, dass ich mir immer wieder gewünscht habe, dass es an der einen Stelle mehr ins Kritische, an der anderen mehr ins Komische, Anspielungsreiche geht und am Ende doch sagen muss: die Mischung macht’s. Nicht nur im Hinblick auf die Unterhaltung, sondern auch im Hinblick auf das Kritische. Vielleicht hatte Wilhelm Busch Recht.

Wer in letzter Zeit wie ich Bücher wie „Was auf dem Spiel steht“ von Philipp Blom oder Noam Chomskys „Requiem auf den amerikanischen Traum“ gelesen hat, wird zweifellos ähnlich zweischneidig auf dieses Buch blicken, wo andere die entlarvende Komik einfach als eigenständige Erscheinung feiern werden – was ja auch wunderbar und vollkommen okay ist. Ich selbst komme, wie schon angedeutet, nicht umhin, eher die inspirierenden, kritischen Ansätze zu bemerken und mich zu fragen: wie ernst werden die Leute nehmen, was Kling hier präsentiert? Werden sie in der Komik das Entlarvende sehen oder doch eher das Überzeichnete? Werden sie in Passagen wie der folgenden (in denen der hyperintelligente Androide und Präsidentschaftskandidat John gerade von einer Wahlkampfveranstaltung fliehen musste) die Pointe genießen oder erkennen, dass sie die darin formulierte Problematik direkt und unausweichlich betrifft?

“Ich muss zugeben, es ist schwieriger als ich berechnet hatte”, sagt John.
“Was genau?”, fragt Aisha.
“Eine Antwort auf Betrand Russells Frage zu finden.”
“Wer?”, fragt Tony.
“Ein toter englischer Philosoph”, sagt Aisha. “Er hat gesagt: Die Frage heute ist, wie man die Menschheit überreden kann, in ihr eigenes Überleben einzuwilligen.”

Zu den Texten in “Charisma – Sämtliche Stories” von James Salter


Es war spät am Nachmittag und ein Regenschauer war vorübergezogen. Das Licht war silbrig und seltsam. Autos, die aus dem Regen auftauchten, hatten die Scheinwerfern und Scheibenwischer an. Die gelben Straßenbaumaschinen, die am Straßenrand standen, leuchteten unnatürlich grell.
Es war die Stunde kurz nach der Arbeit, wenn hoch oben in der Luft die Tropfen der Bewässerung glitzern, die Hügel dunkel zu werden beginnen und die Wiesen wie Teiche sind.
Sie ritt alleine oben den Kamm entlang. Sie saß auf einem Hengst namens Fiume, groß, wohlgeformt, aber nicht sehr klug.

Es gibt Dinge, die liest man, und schon im Moment der Lektüre werfen sie einen weiten Schatten; schon meint man bereits zu wissen, dass einem der Text – oder eine Formulierung, eine Atmosphäre, ein Eindruck – noch lange im Gedächtnis bleiben wird, vielleicht sogar wieder und wieder beschwörend aus der Erinnerung hervorbricht, in die er sich unerklärlicherweise eingebrannt hat. Natürlich kann auch der stärkste Eindruck schnell schwinden und zumindest mir wird es immer ein Rätsel bleiben, warum ich mich an manche Bücher und Texte so genau und nachdringlich erinnert fühle und von manchen nur ein gesetztes, schlichtes Resümee, eine Meinung, eine Sympathie oder Abneigung, geblieben sind.

Fest steht: es gibt Texte, die schon beim Lesen das Gefühlt aufkommen lassen, dass sie ein besonders eindrückliches Licht in sich tragen und lange Schatten werfen können. Zu diesen Texten gehören auch einige der Kurzgeschichten von James Salter, die in diesem Band versammelt wurden.
Was löst das Licht aus, was erschafft Atmosphäre, Eindruck, Eindringlichkeit? So unterschiedlich die Quellen für diese Erscheinung sind, oft entspringen sie in der Literatur einem Merkmal, das Prosa im Allgemeinen hervorhebt oder einreiht: dem Stil. Zu dem schrieb Salter in einem der ebenfalls enthaltenen Essays über das Schreiben und Lesen:

Stil. Flaubert ging es um Objektivität und um den Stil, um die präzise Wahl des richtigen Wortes. Sprache ist ein natürliches Merkmal des Menschen, und meist kommt sie mühelos hervor, sozusagen nolens volens, aber Schreiben ist nicht das Gleiche, Schreiben ist schwieriger.”

Ganz so gekonnt wie sein Ahne Flaubert geht Salter allerdings nicht immer vor; dann und wann kommt das Bedürfnis über ihn, etwas zu hastig zu erklären, was seine Figuren gerade bewegt, anstatt es ein wenig den Untiefen seiner Sätze zu überlassen (den Wörtern, die Fassaden errichten, aber auch einen Riss in der Fassade darstellen können) oder eleganter den Innenraum seiner Charaktere zu entfalten; manchmal gelingt es ihm dann wieder vorzüglich und erstaunlich. Und somit gibt es einige Erzählungen in “Charisma”, die etwas Vollkommenes haben, die in ihrer offenen Existenzschau großartig Emotionen verdichten oder auch Szenarien.

Die Schilderung geschieht oft wie von leichter Hand, obgleich Salter zeigt, wie unter der Oberfläche die heftigsten Gefühle und verschiedensten Ideen, Regungen und Möglichkeiten auflodern und kreisen. Der oben zitierte Abschnitt stammt aus einer Erzählung, die die letzten zwanzig (wachen) Minuten einer Frau beschreiben, nachdem sie vom Pferd gestürzt ist (das Pferd fällt danach auf sie und zertrümmert dabei natürlich ihre Beine und vermutlich noch einiges mehr). Ihre Gedanken und Erinnerungen werfen sich auf, man spürt förmlich, wie das Leben lebendig und doch versickernd an ihrem inneren Auge vorbeizieht, wie sich aufbäumt und doch flüchtet. Der Landschaft, der Umgebung, dem Dahinziehenden, wird die sich rasch verschiebende, aufleuchtende und dunkle Landschaft der Seele gegenübergestellt.

Ich würde sogar so weit gehen und sagen: die Differenz (und Ambivalenz) zwischen den einfachen Schilderungen der Lebensumstände und den in ihrer ganzen Aufgewühltheit geschilderten und stets mit eingebrachten Innenleben, macht die Meisterschaft von Salter aus. Auf diese Weise gelingt es ihm, die Figuren ungeheuer lebendig zu machen, mit ihrem Verlangen, ihrer Geworfenheit – und noch mehr: es gelingt ihm einen wesentlichen Widerspruch des Menschen darzustellen: auf der einen Seite das sozialisierte, in Gesellschaften und Abläufen lebende, Vernunft und Regeln folgende Geschöpf und auf der anderen Seite ein Wesen, das von leidenschaftlichen, widersinnigen (oder vielleicht gerade sinnigen?) Sehnsüchten und Wünschen erfasst werden kann und sich trotz des dahinlaufenden Existierens immer wieder daran erinnert, dass es lebt und stirbt, dass es ganz allein ist und nicht allein sein will.

Diese Meisterschaft kommt der speziellen Meisterschaft Flauberts dann doch wieder sehr nah. Im Prinzip hat auch Flaubert die Beweggründe seiner Figuren, ihre innere Zerrissenheit, ihre Suche, sehr deutlich exponiert und dem bürgerlichen Dahinlaufen des Lebens entgegengestellt (um nichts anderes geht es, verkürzt, in Madame Bovary).
Es gibt Bücher, von denen sagt man, dass sie „erhebend“ sind, andere sind „unterhaltsam“. Beides wären viel zu beliebig wirkende Bezeichnungen für Salters Storys, vielleicht sogar unzutreffend. Am besten gefällt mir immer noch, sie als „eindrücklich“ zu bezeichnen. Verdammt eindrücklich. Diese Eindrücklichkeit, die verdichtet, aber auch Dinge zersplittern lässt, sie macht viel von dem Reiz aus, den diese Erzählungen ausstrahlen. In jedem Fall: ein paar Meisterwerke sind hier zu finden.

Zu “Letztes Lexikon”, erschienen 2002 in “Die andere Bibliothek”


Das letzte Lexikon kann und will nicht mit den Heerscharen der Spezialisten und der profunden Sachkenntnis seriöser Enzyklopädien konkurrieren. Es ersetzt keinen einzigen Band eines ordentlichen Lexikons, flüstert aber allem Wissen und allen Wissbegierigen ein leises Memento Mori ins geneigte Ohr. Wir gleiten über einen unermesslich großen Ozean gefrorenen enzyklopädischen Wissens, bohren, mit stets unzulänglichen Mitteln, hier und da neugierig ein paar Löcher, um Trouvaillen, versunkene Schätze, Strandgut und der Bodensatz der Geistesgeschichte ans Tageslicht zu fördern
(Aus dem Vorwort)

Sie haben wohl ausgedient, die Mammutwerke, die säkularisierten Turmbaustellen zu Babel, die in den Antiquariaten und Kellern und Regalen verstauben; die Lexika von einst und heute. Schätzungen zufolge werden im 21. Jahrhundert pro Haushalt etwa 0,02 Prozent der Beiträge in diesen mehrbändigen Ungeheuern gelesen – bei dem Aufwand, der jahrhundertelang um diese Bildungsgewichte gemacht wurde, ist diese Zahl eigentlich eine Bankrotterklärung.

Aber natürlich hatte die Geschichte des Lexikons schon immer eine komische, absurde Note und die großen Projekte, von der großen Encyclopédie, bei der Denis Diderot mitwirkte, bis hin zur Encyclopædia Britannica, die der Journalist A.J. Jacobs immerhin in einem Jahr durchlesen konnte (und darüber ein Buch schrieb: Britannica & ich: Von einem, der auszog, der klügste Mensch der Welt zu werden), sind bis heute eigentlich ein perfektes Sinnbild für das Schicksal hochstechender Ideale: edel und mit zu großem Anspruch vorbelastet, sind sie meist zum Scheitern im großen Stil bestimmt.

Das Internet hat diese Absurdität natürlich etwas gewandelt, sie teilweise deutlicher herausgestellt und doch viele Probleme gelöst, mit denen Enzyklopädien seit jeher zu kämpfen hatten: Aktualität, Platz, Auswahl, Spezialist*innensuche etc. Die generelle Idee aber hat noch einmal Aufwind bekommen: was wäre, könnte man alles Wissen von allen sammeln und alle könnten davon profitieren? Wäre das nicht das Paradies? Der Fahrstuhl zur Vervollkommnung? Der Schlüssel zu allem?

Vermutlich nicht, denn wenn das “Letzte Lexikon” eines zeigt, dann, wie sehr Wissen ideologisch gefärbt ist und nicht nur vom Stand der Forschung, sondern auch von Deutung und Akzeptanz abhängt. Die alten Originalbeiträge, die die drei Autoren zusammengetragen haben, aus Lexika des 18ten, 19ten und 20ten Jahrhunderts, haben somit oftmals etwas Obskures und Kurioses – wenn auch leider nicht immer in dem erheiternden Maß, das man sich vielleicht bei einem Buch wie diesem erhofft.

Trotzdem lädt es wunderbar zum Schmökern ein und die gelegentliche Antiklimax der Erwartungen muss dann einfach mal hingenommen werden; auch im Banalen steckt ein Glanz, das haben Lexika ja schon immer gepredigt. Wer ein Buch sucht, in das er immer mal wieder einen Blick werfen kann, ein Anti-Lexikon, das doch irgendwie ein Lexikon ist: Voila. Hier ist es.