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Zu “Mit fremden Federn” von Anett Kollmann


Mit fremden Federn Viele Fälle von Hochstapelei sind bekannt und nur manche haben etwas mit Übertreibung zu tun. Wobei man schon sagen könnte: ein/e gute/r Betrüger*in muss ein bisschen over the top gehen, um Glaubwürdigkeit nicht nur simulieren, sondern wirklich zu transportieren, zu suggerieren. Was an tatsächlichen Gaben und Geschicken fehlt, muss mit Gebaren ausgeglichen werden.

Anett Kollmann hat ein vergnügliches und wunderbares Buch über die Kunst geschrieben, sich mit fremden Federn zu schmücken und gleichsam hier und dort eine schöne Geschichte damit zu schreiben, ein fiktives Porträt zu zeichnen, dem eine eigentlich nicht vorhandene Glorie innewohnt. Sehr gut zeigt sie dabei auch die instinktiven Qualitäten der Hochstapler*innen auf, die eben nicht nur Meister der Täuschung, sondern auch Meister der Gelegenheit sind, im wahrsten Sinne des Wortes: manche von ihnen haben das Erkennen der Gelegenheit “gemeistert” und die Zeichen der Zeit fabulös (um)gedeutet.

Andere hatten einfach nur (wiederum wortwörtlich) unverschämtes Glück, das ihnen zur Hilfe kam und ihr unvermeidliches Scheitern eine Weile hinauszögerte. Letztlich sind alle Leute, die sich Geschichten ausdenken, Hochstapler*innen, nur das diejenigen, die sie auch zu leben versuchen, als solche bezeichnet werden. Wie heißt es im Vorspann der Serie “Castle”: “Es gibt zwei Menschen, die überlegen, wie man am besten Leute umbringt: Psychopathen und Krimi-Autoren. Ich gehöre zur besser verdienenden Sorte”. Und auch zur akzeptierten, gesellschaftlich geduldeten, könnte man ergänzen.

Natürlich kann man Mörder*innen nicht dudeln und auch Hochstapler*innen nicht. Aber genauso wie Mörder*innen stets eine abschreckende Faszination auf die Leser*innen von Kriminalliteratur oder Zeitungsartikeln ausgeübt haben, ist da etwas in den Geschichten über Hochstapler*innen, das uns auf seltsame Weise an uns selbst erinnert. Insofern, dass wir alle schon mal den leichten Weg gehen wollten, alle mal davon geträumt haben im Lotto zu gewinnen und schon mal darüber fantasiert haben, wie man dem eigenen Glück nachhelfen könnte. Hochstapler*innen tun nichts anderes: Sie helfen ihrem Glück etwas nach.

Sie sind gesellschaftlich untragbar und doch menschlichste Individualisten, sie sind besondere Exemplare und doch ein/e Jedermann/frau, der/die die geheimen Regungen von Tausenden mit leichter Hand auf die Leinwand der Geschichte schmiert.

Wer sich ein paar der daraus entstandenen Gemälde näher ansehen will, mit Kunstverstand und Witz kommentiert und mit Hintergrundwissen ausgestattet, der sollte zu diesem Buch greifen.

 

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Zu Friedrich Christian Delius neuem Buch “Die Zukunft der Schönheit”


Die Zukunft der Schönheit „Da wollte jemand gehört, verstanden, erlöst werden, da wollte jemand raus aus der Nummer und nicht rein in die Nummer, da stand jemand unter Beschuss des Schlagzeugs und schoss zurück, da steckte jemand wie von Geigensaiten eingeschnürt in der Falle und wehrte sich, da wollte jemand aus dem Feuer gerettet werden –“

Ich bin sehr froh, dass mir vor einigen Jahren das Buch „Warum ich schon immer Recht hatte – und andere Irrtümer“ in die Hände fiel, ein schmaler Sammelband mit Wortmeldungen, Vorwörtern, Kommentaren und anderen Kurztexten von Friedrich Christian Delius.

Nicht nur enthielt dieser Band einige sehr klare, auf den Punkt gebrachte gesellschaftspolitische Analysen, wie ich sie in dieser Schnörkellosigkeit eigentlich nur von George Orwell kannte, den Texten darin war allgemein eine Direktheit zu eigen, ein gleichsam kämpferischer, unbequemer, aber nicht versponnener oder zu weit gehender Ton, der mich richtiggehend begeisterte.

Mittlerweile habe ich viel von Delius gelesen, nicht alles mit derselben Begeisterung, aber immer wieder fasziniert von der Art, mit was für Themen er sich auseinandersetzt und wie er sie anpackt. Großartig sein sarkastischer, kirchenkritischer Monolog in „Die linke Hand des Papstes“, sehr aufschlussreich und spannend der biographische Band „Als die Bücher noch geholfen haben“, aber auch das frühe Buch über Siemens ist genial, etc. etc.

In „Warum ich schon immer Recht hatte“ findet sich auch ein kurzer, wunderbarer Nachruf auf den Schriftsteller Nicolas Born. Ich erwähne dies nicht nur, weil dieser knappe Text eine der schönsten literarischen Liebeserklärungen ist, die ich kenne, sondern auch weil darin eine Dimension von Delius Schreiben aufblitzt, die in seinem neuesten Buch „Die Zukunft der Schönheit“ eine wichtige Rolle spielt. Denn so kritisch, sarkastisch und unbequem Delius oft ist, in vielen seiner Texte zeigt er sich auch anders: als empfindsamer Beobachter, als feinsinniger Chronist.

Ausgehen tut das Buch von einem Erlebnis in New York, am 1. Mai 1966. Delius ist mit dabei, als die Gruppe 47 ihren legendären Amerikaaufenthalt zelebriert (diese Reise hat er sehr genau in „Als die Bücher noch geholfen haben“ geschrieben), in dessen Rahmen sich Handke zum neuen Kafka ausrufen lässt, politische Positionen ins literarische Geschäft Einzug halten und Delius Susan Sontag anhimmelt. Am 1. Mai nun, einem der letzten Tage in den USA, lässt Delius sich von zwei Jazzfans, Schriftstellerkollegen, in einen Jazzclub mitnehmen, um ein Konzert des Saxophon-Avantgardisten Albert Ayler und seiner Band anzuhören.

Das Konzert beginnt und Delius erscheint die Musik sofort fremd, schwer erträglich, mit ihrer Dissonanz, sehr verquer. Aber um nicht wie ein Snob oder undankbar zu wirken, versucht er sich darauf einzulassen. Schon bald regt ihn die Musik zu Überlegungen an – zunächst, weil er auf der Flucht vor ihr ist, dann aber, weil er in ihr die Fragen seiner Zeit, die Elemente seiner Sehnsucht, den Soundtrack zu seinem eigenen Lebensweg zu erahnen beginnt.

Formal ist das Buch ein gezähmter Stream of consciousness, in dem sich Text und Musik die Bühne teilen, ineinandergreifen, aber auch einander überfallen, herüberschwappen, sich durchdringen. Die Musik wird zur fortlaufenden Projektionsfläche für Delius Eindrücke und immer mehr zum Sound für alles, was gerade aktuell ist: Vietnam, sexuelle Befreiung, neue Musik, neue Welt, Atomkrieg, Aufbruch, Repression, Jugend, etc. Sie bringt Delius dazu, sich in Gedanken zu entblößen, seine eigenen Scheidewege zu sehen, seine eigene Entwicklung zu begreifen. In diesen Momenten, im Verlauf des Konzerts, entfaltet sich für ihn die Übersichtlichkeit der Gegenwart, des Lebens, durchzogenen von einigen eigenen Gewissheiten.

Was ist schon die Herkunft gegen die Zukunft? Wir können nicht ändern, woher wir kommen, aber wir können entscheiden, wohin wir gehen, oder? The soul is a streetcar named desire. Delius blickt in seine Vergangenheit und, darauf aufbauend, auf das, was noch kommt, hoffentlich noch kommt. Wir stehen alle täglich vor unserem Leben, einem fortlaufenden Spiel der Ereignisse, an dem wir nur in diesem Moment, der gerade ist, teilnehmen können. Delius fächert sein Leben auf, mit den Szenen, die einem im Gedächtnis bleiben, den prägenden Erlebnissen, die einen nicht loslassen. Da ist so viel, was klar ist und so viel, das unklar bleibt; weshalb geschrieben wird, gedacht, gemalt – und musiziert. Die Zukunft der Schönheit, man hat sie selbst in der Hand.
An der Musik schöpfen heißt oft in uns schöpfen, das dürfte jedem schon einmal aufgefallen sein. Delius zeichnet diese Erfahrung meisterhaft nach.

In Teilen hat mich „Die Zukunft der Schönheit“ an eine Erzählung von Julio Cortázar erinnert: „Der Verfolger“, ein Buch über des Saxophonisten Charlie Parker und die Unmöglichkeit der Perfektion, die Sehnsucht nach dem genau-getroffenen Ton und der Aufhebung der Zeit im Moment größter lautlicher Schönheit. In Delius neuem Buch wird die Zeit nicht durch den perfekten Ton, sondern durch das Gegenteil aufgehoben: eine Kakophonie, in der doch wieder der Wunsch nach Ausdruck mitschwingt, die Themen der Zeit sich artikulieren. Natürlich ist der Mensch unentwegt auf der Suche nach Perfektion – aber er selbst ist und bleibt ein Chaos. Ein Chaos, ohne das es wohl das Potenzial für Schönheit nicht gäbe; wobei genau dieses Chaos, das die Zukunft der Schönheit sichert, die Gegenwart der Schönheit schnell übersieht, sie verschleißt, verliert. Traurig, aber schön: gibt es eine bessere Definition für die Musik? Für unsere Existenz?

Delius ist ein eindringliches Portrait der seelischen Zusammensetzung eines Menschen gelungen. Mit seiner unruhigen Sprache, allgemein mit seiner Unruhe, ist es eine belebende Leseerfahrung. Eine Lektüre, die, neben allerlei Denkanstößen, kleine Rückstände von Ewigkeit im eigenen Empfinden zurücklässt.

Zu Axel Ranischs Coming-of-Age und Coming-Out Roman “Nackt über Berlin”


Nackt über Berlin Jannik liebt Musik, vor allem klassische. Und seinen Freund Tai, aber das darf keiner wissen, nicht seine Mutter und vor allem nicht Tai. Er ist sich ja auch gar nicht so sicher, ob er ihn liebt (als ob es ein deutlicheres Anzeichen gäbe, als das ständige Nachdenken mit klopfendem Herzen, ob man wohl in jemanden verliebt ist). Er ist ein bisschen übergewichtig, ein bisschen verzweifelt, ein bisschen schreckhaft.

Soweit die, noch relativ gewöhnlichen, geradezu klassischen Nöte eines 17jährigen Teenagers, der sich vor allem mit seinen Platten und seinen Gedanken beschäftigt; aus Janniks Warte besteht die Welt aus der Tyrannei der Schule, den Determinationen der Gesellschaft und dem kleinen Freiraum, den er sich mit seiner Musik und seiner Freundschaft zu Tai erkämpft hat.

Die Handlung setzt ein, als Tai sich eines Nachts meldet, mit einer kleinen Sensation: er filmt gerade den Rektor der Schule, der sich sturzbetrunken draußen auf der Straße auf den Hosenboden gesetzt hat. Tai ruft Jannik dazu. Ein leiser Auftakt, ein kurzer Trommelwirbel, der zu einer wirbelnden, rasanten Geschichte um Glück und Angst, Leben und Tod, Spaß und Ernst wird und in der hinter jeder Ecke eine neue Wendung wartet …

Es gibt schon allerhand Rezensionen, deswegen will ich vor allem das Wesentliche noch mal betonen: Dieses Buch hat Witz. Es ist, auf seine schräge Art, furchtbar liebenswert und das jenseits der Klischeegebiete. Die Figuren sind nicht nach dem üblichen Coming-of-Age-Etappenschema aufgebaut (am Anfang so, in der Mitte dann Wandlung, am Ende alles neu), sondern stets ambivalent gezeichnet und durchlaufen dennoch eine sehr gut inszenierte Entwicklung, mit vielen Ausläufern und Zwischentönen.

Und neben Witz und Charme hat das Buch auch einen großartigen erzählerischen Drive, eine geradezu bahnbrechende Erzähllust und -kraft. Kurzum: das Buch ist ein Volltreffer, ein Buch der Saison. Axel Ranischs Buch “Nackt über Berlin” wird hoffentlich dieses Jahr auf vielen Nacht- und Wohnzimmertischen liegen und für Unterhaltung sorgen – aber auch für tiefere Gedanken und Erfahrungen, über Wut, Frust, Liebe, Sein und Schein, Macht, Musik, Bedeutung, Hoffnung und Toleranz.

Schlicht ein Meisterwerk: Robert Hilburns Johnny Cash Biographie beim Berlin Verlag


Johnny Cash Manche biographischen Werke sind Verklärungen und manche sind entzaubernd, was beides immer ernüchternd ist. Auch eine gute, erschöpfende Recherche macht noch keine fesselnde Biographie. Es braucht noch eine Prise Magie, eine gute Dynamik, selbst wenn man eigentlich versucht, den Menschen in all seinen wirklichen Facetten, mit allen Tatsachen, abzubilden, nachzuzeichnen.

Robert Hilburn ist das Kunststück geglückt, eine erschöpfende und menschliche Studie des Menschen und Künstlers Johnny Cash vorzulegen, ohne den Mythos, der mit dieser Figur verbunden ist, zu demontieren. Es wird zwar über vieles aufgeklärt, aber Bewunderung und Momente der Schönheit werden nicht unterbunden. Entstanden ist so nicht nur eine redliche, sondern eine beeindruckende Arbeit, ein schlichtes Meisterwerk. Und eine Lektüre, die einem teilweise unter die Haut geht.

Auf besondere Weise unter die Haut geht, wohlgemerkt. Denn das wirklich Großartige an diesem Buch ist, dass sich in Hilburns Darstellung von Cashs (Innen-)Leben eine so tiefe Dimension auftut, die geradezu sinnbildlich für das Hadern, Scheitern und die Zerrissenheit jeder menschlichen Existenz stehen könnte.

Ohne auf Tränendrüsen zu drücken oder hochtrabende Apelle zu starten, führt uns Hilburn detailliert die Szenen, Erlebnisse und Geschichten dieses ganzen Lebens vor Augen – und stetig, über die Lektüre der 800 Seiten, setzt sich aus der Fülle dieser Details, der Kommentare und Ausführungen, eine Vorstellung zusammen, ein Kosmos, der den Kern eben jenes widrigen Umstandes umreißt, den man schlicht Dasein nennt.

Cash-Biographien gibt es einige, er selbst hat sogar zwei geschrieben. Diese hier ist trotzdem eine der besten, vielleicht die beste: Eine berührende, reiche, in alle Richtungen laufende und doch sehr gut komponierte Lektüre. Times a wastin. Aber nicht mit diesen 800 Seiten!

Zu Mascha Kalékos Gedichtband “Verse für Zeitgenossen”, neu aufgelegt bei dtv


Verse für Zeitgenossen besprochen beim Signaturen-Magazin.de

Die Magie der Popmusik und Walter Kohls “Out Demons Out”


“Es ist also alles wahr in dem Lied, fragte Charlys Frau.
Viele Leute haben mich das gefragt, sagte Edgar, und ich sage immer: Was ist Wahrheit?”

Mit seinem Rock-Idol im Garten sitzen, das ist wohl durchaus der Traum von vielen Menschen. Für Charly erfüllt sich dieser Traum: die Rettung seiner Jugendjahre, der Frontmann der Edgar Broughton Band, Edgar Broughton himself, hat gerade ein kleines Konzert für Charly und seine Familie und Freunde gegeben und sitzt jetzt mit ihnen zusammen im Gartenzelt. Natürlich wird er ausgefragt. Und während diese Szene der Anker ist, der in der Gegenwart verbleibt und der die restlichen Teile daran hindert, in der Luft herumzuhängen, lässt Kohl die Linse der Erzählung in die Vergangenheit wandern; besser gesagt: die zwei Vergangenheiten.

Die eine Vergangenheit ist die von Charly und seinem Bruder, die in einem österreichischen Kaff nahe Linz aufwachsen und in deren Leben es wenig Abwechslung und wenig Grund für Ausgelassenheit gibt. Der Vater ist ein bisschen besessen von der modernen Technik, die Jungs müssen früh mit anpacken bei der Arbeit, das Dorfleben hält keinerlei Überraschungen bereit. In diese Tristesse platzt, gleich einem persönlich zugeschnittenen Wunder, eine Platte der Edgar Broughton Band und mit ihr eine ganz neue Welt und u.a. das Lied „Evening on the rooftops“.

“Wie dieses Lied in ihr Dasein hereingebrochen war. Wie sie auf einmal gewusst hatten, dass sie recht hatten. Dass sie nicht allein waren. Wie Zorn und Wut und Mut und Hoffnung aufgebrochen waren in ihren Kinderherzen. Und die Zuversicht, dass es sich lohnte, all die Zumutungen auf sich zu nehmen und sie zu ertragen, weil da draußen etwas Besseres auf sie wartete.”

Die andere Vergangenheit ist die von Edgar Broughton, der während der Stunden im Zelt viel aus dem Nähkästchen plaudert und von seinen Erfahrungen mit der Band und mit dem Leben danach und über die Songtexte und Alben Auskunft gibt. Stück für Stück setzt sich so die Geschichte der Edgar Broughton Band zusammen, etwas glorifiziert vielleicht, aber gerade deshalb glaubwürdig, denn es geht ja um Erinnerungen an Jugendzeiten, Jugendglück, Zeiten der Überhöhung, der Empfindsamkeit.

“Das Interessanteste ist, dass mir jeder sagt: Du kannst das nicht tun, das funktioniert nicht, du kannst nicht zurückreisen in die Jugendzeit. Ich weiß natürlich, dass sie recht haben. Aber ich akzeptiere es nicht. Ich weiß, dass es aussichtslos ist, aber ich werde es versuchen, wieder und wieder. Das tu ich für mich selbst.”

Der Roman verlässt sich auf die Wirkung der beschworenen Musik und ist ansonsten wenig ausführlich. In kreisenden, die Tristesse-Atmosphäre des Dorfes und der Kindheit betont herausarbeitenden Bewegungen, zelebriert der Roman behutsam die Melancholie der Jugend, die Melancholie des scheinbaren Aufbruchs, breitet die Welten der Musik als Welten des Heils, des Geheimnisses und des Widerstands aus. Dabei bleiben die Geschichten aller teilnehmenden Personen etwas auf der Strecke, werden nur im Stil einer schlichten Vorgefundenheit beleuchtet und nicht intensiviert. Die Magie der Musik ist die Protagonistin.

„Out Demons Out“ ist ein Liebeserklärung, ein Portrait, eine tiefe Auseinandersetzung mit dem Phänomen und der Kraft der Popmusik. Als klassischer Roman müsste das Buch scheitern. Aber durch seine leichthändige Art des Porträtierens gewinnt es viel und ist auf ganzer Strecke eine angenehme, wenn auch nicht immer anregende Lektüre. Unübersteigert, melancholisch.