Tag Archives: Politik

Zu Ulrich Schneiders aufrüttelndem Buch “Kein Wohlstand für alle!?”


  “Solange sich Regierungspolitiker wie unsere Bundeskanzlerin in die Fernsehstudios setzen und vor einem Millionenpublikum erklären, sie würden das Problem verstehen, dass sich immer mehr Menschen „abgehängt fühlen“, offenbaren sie lediglich, dass sie nur sehr wenig verstanden haben. Die Menschen „fühlen“ sich nicht abgehängt, sie sind abgehängt.”

Deutschland geht es nicht gut. Wer das behauptet, dem mag es selbst gutgehen und er mag scheinheilig auf das große BIP, die großen Exportgewinne oder unsere Reputation und Größe auf den Parkettböden der Weltpolitik hinweisen und daraus den Schluss ziehen, dass es in einem Land mit solcher Wirtschaftsleistung niemandem schlechtgehen kann. Und eigentlich könnte er sogar recht damit haben – aber sein Fehlschluss ist der geradezu pathologische Fehlschluss unserer Zeit und die, geradezu ignorante, Ausgeburt des neoliberalen Klimas in unseren Vorstellungen.

Fakt ist: die Faktoren für den „Gesundheitsstatus“ eines Landes sind vielfältiger und komplexer. Wie gut funktionieren die Sozialsysteme, wie viel wird in Bildung und Inklusions- und Integrationsprogramme investiert, wie stark ist die Demokratie, wie sensibel wird mit Minderheiten umgegangen und wie wird Toleranz propagiert/kommuniziert, wie gerecht geht es bei Löhnen und Steuern zu – das sind (u.a.) die Fragen, die den Befund über die Gesundheit eines Landes entscheiden. Und wenn man ganz ehrlich ist: Deutschland geht es nicht gut, Deutschland geht es zunehmend schlechter.

Es drohen nicht nur tiefgehende, gesellschaftliche Verwerfungen, die längerfristigen Schaden an unserem Verständnis von Demokratie anrichten könnten, sondern, in Folge dessen, auch eine Entladung dieser Ungerechtigkeit auf den Ebenen neuer rechter Politik und Fremdenfeindlichkeit, mündend in Forderungen nach autoritären Gesellschaftsmodellen. Aber um zum Befund zurückzukommen: woran zeigt sich denn, dass es Deutschland schlecht geht?

“12,9 Millionen Menschen [in Deutschland] müssen heute, gemessen an ihrem Einkommen, zu den Armen gerechnet werden. Das heißt zum Glück nicht, dass 12,9 Millionen Menschen nach Pfandflaschen suchen, unter Brücken schlafen, betteln müssen oder nicht zu essen oder zum Anziehen haben. Solch extreme Armut, solches Elend, geht in die Berechnungen des Statistischen Bundesamtes nicht einmal ein, da nur Personen mit eigenem Haushalt erfasst werden. Obdachlose werden in diesen Statistiken genauso wenig mitgezählt wie Geflüchtete in Sammelunterkünften, Strafgefangene oder Pflegebedürftige in Einrichtungen, von denen mittlerweile auch etwa die Hälfte von Sozialhilfe leben muss. Bei den hier genannten 12,9 Millionen armen geht es um Menschen, die zu wenig Geld haben, um am gewöhnlichen Leben und Alltag dieser Gesellschaft noch teilhaben zu können.”

Solche Zahlen können nur zu einer Schlussfolgerung führen:

“Von gleichwertigen Lebensverhältnissen, wie sie unser Grundgesetz vorsieht, kann längst keine Rede mehr sein.”

Diese Verhältnisse sind Zustände, nicht nur Umstände von Einzelfällen. Diese Verhältnisse sind das Resultat einer jahrelangen Wirtschaftspolitik und Umverteilung, die fast immer auf die Stärkung der Arbeitgeber und der reicheren Teile der Bevölkerung abzielte. Und von diesen Verhältnissen, sowie den Entwicklungen, die dort hinführen und denen, die wieder hinausführen könnten, handelt dieses Buch von Ulrich Schneider, das das 50 Jahre alter Versprechen Ludwig Erhardts in seinem Titel abwandelt zu einer Frage – einer Frage, die man der Gegenwart wirklich mal mit aller Kraft um die Ohren schlagen und entgegenschleudern sollte: kein Wohlstand für alle!?

Ein Weg, der die Versäumnisse und Fehler der letzten Jahre abschreiten will, kommt am Neoliberalismus und seinen Zuarbeitern aus Lobby, Wirtschaftsweisen und Presse (und Politiker*innen) nicht vorbei.

“Eigentlich ist es schon ein ziemlich starkes Stück, was uns da an Irrationalität, an blindem und aller Vernunft widersprechendem Aberglauben in die heilenden Kräfte des Marktes abverlangt wird. Denn lassen wir die letzten Jahrzehnte noch einmal mit unverstelltem Blick Revue passieren und betrachten ganz nüchtern die Fakten, müssen wir feststellen, dass es trotz des einen oder anderen Regierungswechsels in den letzten dreißig Jahren stets die gleiche Leier war, die gespielt wurde, und zwar mit immer gleichem Ergebnis. Seit Anfang der 1980er Jahre ging es im Grunde immer nur weiter in eine Richtung – und die hieß Neoliberalismus.”

Es ist auch dieser Neoliberalismus, mit dem Schneider gehörig abrechnet. Nicht nur zeigt er auf, dass es keine Möglichkeit gibt, ihn gerecht oder auch nur fair zu nennen – seine ideologischen Strukturen, die quasi eine Oligarchie innerhalb unserer Demokratie etabliert haben, werden mit all ihren absurden Rechtfertigungen und ihrer Scheinheiligkeit für abrissreif oder zumindest für baufällig erklärt.

Auch sein Abriss der Bundespolitik der letzten Jahre kommt zu dem Ergebnis, dass die Politik längst nicht mehr abwägt, inwieweit sie dies oder jenes neoliberal sehen kann oder sollte – es wird von allen großen Parteien (ausgenommen „Die Linke“) stets neoliberale Wirtschaftspolitik gemacht, so konsequent, dass man teilweise, wenn man es ein wenig überspitzen würde, von Marionettenregierungen reden könnte (als Beispiel sei hier die causa „Schröder und Maschmeyer“ genannt).
Beispiele für Kürzungen und sonstige Umverteilungen von unten nach oben sind in diesem Buch en masse vorhanden und werden gewissenhaft erläutert. Ein Beispiel:

“Das Elterngeld [eingeführt 2007] beträgt im Prinzip 65% des letzten Monatsnettoeinkommens. Maximal werden 1.800 € ausgezahlt. Gutverdiener profitieren von dieser Umstellung ganz beträchtlich. Für den jedoch, der vor der Geburt seines Kindes nur wenig Geld nach Hause brachte oder sogar arbeitslos war, ist es eine schmerzhafte Verschlechterung. […] Doch damit nicht genug: Seit 2011 wird das Elterngeld voll auf Hartz IV angerechnet. Sprich: die Ärmsten gehen nun völlig leer aus. Das ist familienpolitische Umverteilung von unten nach oben.”

Man kann vor Herrn Schneider wirklich nur den Hut ziehen. In einer Gesellschaft, die so eingeschworen ist auf ihre wirtschaftlichen Überzeugungen, muss er sich mit seinen Ansichten oftmals sehr allein fühlen. Seine sorgsam unterfütterte, auf den politischen Gegner durchaus eingehende Studie, muss einen hohen Aufwand an Recherche und Datenverarbeitung bedeutet haben. Was alles den Lesenden zugutekommt: Das Buch liest sich klar und an fast keiner Stelle kann man größere, faktisch begründete Zweifel an seinen Argumenten oder seinen Schlussfolgerungen anmelden.

Sehr gut gefallen hat mir die Deutlichkeit, mit der in diesem Buch gesprochen wird und die nie (wie ich in diesem Text es doch dann und wann bin) polemisch wird, sondern mit Vernunft, Verstand und allerhöchstens mit leichten Anwandlungen von Fassungslosigkeit arbeitet. Auch vorbildlich: die Gründlichkeit. Schneider antizipiert und demontiert die liturgischen und phrasierten Argumente, die man seinen Thesen, Befürchtungen und Analysen entgegenhalten könnte und stellt fast immer die Frage: ist das wirklich so? Die Zahlen und die Erfahrungen sprechen dann meist von selbst eine andere Sprache und widerlegen oft problemlos die gehegten und gepflegten Dogmen der letzten Jahrzehnte, lassen sie in jedem Fall zweifelhaft erscheinen. Sie sprechen vor allem eine eigene, deutliche Sprache. Eine Sprache, die Dimensionen aufmacht, der wir uns als Solidar- und Sozialgemeinschaft nicht verschließen können.

“Die unteren 40% hatten 2012 sogar weniger Kaufkraft in der Tasche als 2002. […] Es geht beileibe nicht mehr nur um 15% Arme. Es geht um 40% unserer Bevölkerung, die von der Wohlstandsentwicklung abgekoppelt sind. Es geht um weite Teile unserer (ehemaligen) Mittelschicht. […] so stark, dass sich selbst OECD und Weltbank schon mahnend zu Wort melden: Die Einkommensungleichheit nehme bei uns stärker zu als in den USA.
Tatsächlich verhält es sich so, dass die reichsten 10% im Schnitt rund 1,2 Millionen € haben. Sie teilen fast 2/3 des gesamten Privatvermögens in Deutschland (63%) unter sich auf – mindestens.”

Genau das ist am Ende dieser zweihundert Seiten die Frage: wollen wir eine soziale Gesellschaft, in der alle vom Wohlstand profitieren? Und warum nicht, was spricht denn dagegen – außer der Angst vor dem Verlust von nicht gerechtfertigten Privilegien?

Es wird natürlich immer jemanden geben, der mehr hat und dieses Mehr muss ihm auch gestattet werden, Neid hilft niemandem. Aber Gier auch nicht und deswegen muss, wer mehr innerhalb einer Gesellschaft erwirtschaftet, auch mehr an sie geben, den er verdankt sein Mehr nicht nur seiner Arbeit, sondern auch den gesellschaftlichen Grundlagen, die ihm seine Geschäfte ermöglichen.
Wichtig ist, die Verfahrensweisen zu hinterfragen. Schneider schreibt über die neoliberalen Wirtschaftsmodelle:

“Es sind Wirklichkeitskonstrukte, mit deren Hilfe wir denken, über die wir aber niemals nachdenken.”

Genau dieses Nachdenken muss endlich beginnen. Wenn man ehrlich und gerecht folgert, dann steht am Ende (behaupte ich) die Überzeugung, dass unsere derzeitigen Systeme mit großen Teilen der arbeitenden und nichtarbeitenden Bevölkerung nicht gerecht umgehen. Kein Wunder, denn diese Systeme orientieren sich allein an Zahlen. Wenn jemand ernsthaft fragt, was denn eine Altenpflegerin erwirtschaftet und warum sie denn eine vernünftige Bezahlung bekommen sollte, wenn kein Mehrwert aus ihrem Tun entsteht, dem steht seine neoliberale Einstellung auf die Stirn tätowiert. Ob so jemand seinen gesunden Menschenverstand abgegeben hat, um sich diese Tätowierung leisten zu können oder es vorzieht, ihn zum Wohl seines mit Lobbygeld gefüllten Geldbeutels ein wenig auf Eis zu legen, sei dahingestellt. Fest steht:

“Wir können diese Gesellschaft nicht berechnen. Wir können sie nur gestalten.”

Und „Wir“ meint Sie, liebe Leser*innen. Nur Sie. Ich habe in meinem Leben keine Spur von Armut erfahren und Ihnen wird es zumeist ähnlich gehen. Woher ich das weiß? Diesen Text werden schon deshalb wenige Betroffene zu lesen bekommen, weil sie vom gesellschaftlichen Austausch größtenteils ausgeschlossen sind. Sie können sich keine Zeitungen leisten und lesen sich sicherlich auch keine Besprechungen zu Büchern durch, die sie sich nicht leisten können.

Deswegen ist es wichtig, dass wir nicht wegsehen. Klar, man kann sich immer irgendwie durchmogeln und viele werden sich denken: bei 40% Armen und 10% Superreichen, da bleibt doch noch die Hälfte an Platz für meine eigene Existenz, wieso sollte ich mich also beschweren?

Ich gebe zu, dass dieses Wieso für mich außerfrage steht. Und ich kann nur – schlicht und ergreifend – auf Artikel 1 + 2 des Grundgesetztes verweisen:

“(1) Die Würde des Menschen ist unantastbar. Sie zu achten und zu schützen ist Verpflichtung aller staatlichen Gewalt.
(2) Das Deutsche Volk bekennt sich darum zu unverletzlichen und unveräußerlichen Menschenrechten als Grundlage jeder menschlichen Gemeinschaft, des Friedens und der Gerechtigkeit in der Welt.”

Ich lehne mich damit aus dem Fenster, aber ich behaupte: Menschenrechte werden in Deutschland zwar nicht offensichtlich mit Füßen getreten, aber ihnen wird das Wasser abgegraben. Wenn Menschen, die Vollzeit arbeiten, von ihrem Job kaum leben und nicht mehr am gesellschaftlichen Leben teilnehmen können, dann sehe ich Würde und Menschenrecht nicht mehr gewahrt. Damit will ich keinesfalls die Begriffe Menschrecht und Menschenwürde überstrapazieren – mir ist bekannt, dass ihnen an vielen anderen Orten der Welt noch Schlimmeres widerfährt. Aber das kann und darf kein Argument sein, um unsere gesellschaftlichen Klüfte und Verwerfungen herunterzuspielen und nicht anzupacken.

Schwieriger sieht es natürlich bei der Frage aus: was kann man tun. Wenn man nicht zufällig Politiker*in oder Firmenchef*in ist, hat man nicht gerade großen Einfluss auf die politischen Entscheidungen in diesem Land. Dennoch gibt es Möglichkeiten. Man kann aufhören, die Lügen und Vereinfachungen neoliberaler Propaganda zu reproduzieren und anfangen, ihre Botschaften nicht mehr als Gegebenheiten wahrzunehmen; man kann sich informieren und aufgrund der Informationen neue Überlegungen anstellen, was die eigene politische Einstellung und das eigene sozial-solidarische Gewissen betrifft.

Vielleicht wählt man dann sogar anders. Ich höre immer wieder, dass manche Leute aus Protest die AfD wählen. Warum nicht mal aus Protest Die Linke wählen? Ich bin auch nicht davon überzeugt, dass diese Partei es besser machen wird als alle anderen und ob sie ihre Versprechen bei aktiver Regierungsbeteiligung einlöst, steht natürlich auch in den Sternen. Dennoch waren sie in den letzten Jahren im Parlament die einzige Opposition gegen die bestehende Wirtschaftspolitik und haben auch ansonsten Vorschläge angebracht, die einem Großteil der Bevölkerung zugutekommen würden.

Ob man nun moderat oder engagiert sein will: die Lage ist ernst. Ernster als viele Leute es sich derzeit eingestehen müssen und wollen. Die Räder drehen sich weiter, Donald Trump ist in den USA Präsident geworden, die AfD knabberte eine Zeit lang an der 20%-Marke. Das sind Anzeichen sich entladener Unzufriedenheit, die kanalisiert wird, in dem man Arme gegen Minderheiten hetzt, Angst und Frustration ausnutzt. Am Ende geht es immer um Privilegien. Wer wirklich glaubt, dass er seine Privilegien gegen die Privilegien von Geflüchteten verteidigen muss, der hat nicht verstanden, was in den letzten dreißig Jahren an Wirtschaftspolitik in Deutschland gelaufen ist und von welcher Seite seine Privilegien wirklich angegriffen wurden und werden.

Zu Marcel Reich-Ranickis “Der Fall Heine”


Für viele ist er ein Euphemismus, ein überschätzter Kandidat auf den Posten eines großen deutschen Dichters. Die Ignoranz, sie ist schnell bei der Hand, wenn der Name Heinrich Heine in Literatenkreisen fällt. Dann wird gemäkelt: zu geringer Wortschatz, zu parfümiert, zu heiter, zu einfach, zu sehr Sing-Sang und die schrägsten Reime.

Marcel Reich-Ranicki gelingt es bereits in den ersten Sätzen seines Einleitungsessays den wahren Charakter, die wahre Schönheit und Vortrefflichkeit, die Einzigartigkeit und umfassende Pionierleistung von Heine hervorzuheben, was nicht einmal ein Kunststück ist, denn dieser Dichter war ein Unikum, ein widersprüchliches und leuchtendes. Die einzelnen Verdienste und Qualitäten von Heine werden in den vier Aufsätzen dieses Bandes immer wieder erwähnt, betont und veranschaulicht und auch wenn das Büchlein nicht als „Einführung“ in das Werk von Heine taugt, machen sie Lust darauf, die verschiedenen Teile seines Werks zu erforschen.

Gerade die drei letzten Texte werfen aber auch noch ein weiteres Kapitel der Person Heines auf und forschen nach den Wurzeln, den Antrieben seines Wirkens als Weltliterat, Kritiker und erotisch-sinnlicher Dichter. Eine große Rolle spricht Reich-Ranicki hier Heines emanzipiertem Judentum zu, ja macht es sogar zum Dreh- und Angelpunkt seiner geistigen Biographie. Im Zuge dieser Theorie gelingen viele Einblicke in Heines Persönlichkeit und es scheint am Ende gar nicht mehr so verwegen, Heine als Dichter der nie gefundenen Heimat, als ewig Unassimilierten zu sehen, der die Abweisung der Gesellschaft in seinen Liebesgedichten verarbeitet hat.

Um von Heine begeistert zu sein, muss man ihn selbst lesen. Aber um eine Ahnung dieser Begeisterung zu bekommen und auch ein bisschen mehr Background zu haben, lohnt es sich, diese gesammelten Aufsätze von Reich-Ranicki zu lesen.

Friedrich Christian Delius, “Die Flatterzunge” und der lange Schatten von AH


Ein Mann, der im Orchester die Posaune spielt, ein Polsterzungeninstrument, riskiert eine dicke Lippe: in Israel unterschreibt er die Getränkequittung im Hotel mit dem schändlichsten aller deutschen Namen. Es folgt ein flotter Rauswurf und die gesellschaftliche Ächtung.
Wie noch irgendwie ankommen gegen das Todschlagargument seiner Tat? Kann es da noch Erklärungen und Entschuldigungen geben? Und wieso wird er so scharf verurteilt, wo er doch nur eine simple Dummheit begangen hat, statt Panzer an den Iran oder Saudi-Arabien zu liefern?

Sich mit der Relevanz von gesellschaftlichen und politischen Erscheinungen, mit Positionen und Debatten auseinanderzusetzen und die Instanzen der modernen Realität, vor allem der deutschen, zu hinterfragen, ist das große Thema im Werk des deutschen Schriftstellers Friedrich Christian Delius, ein Thema, um dass er sich bereits sehr verdient gemacht hat. Mit dem Blick auf das Aktuelle wie auch das Historische – zwei Elemente, die in seinen Büchern meist gekonnt zusammenfallen – verzeichnet er die Grundlinien in der Architektur des deutschen Selbstverständnisses, leuchtet aber auch die Ecken aus, in die dieses Selbstverständnis gerade nicht dringt.

In “Die Flatterzunge” stellt uns Delius einen durch die Verhältnisse veruteilten vor, einen Buhmann. Eine interessante Entscheidung ist es, dass er das Hauptaugenmerk der Handlung dabei nicht so sehr auf die mediale Ausschlachtung des Fehltrittes legt, sondern stattdessen in tagebuchartigen Skizzen des Protagonisten die persönliche Seite der Geschichte erzählt. Hannes, der Durchschnittsmensch und Musikversessene, wirkt dabei weder besonders souverän, noch besonders engstirnig; Delius gelingt eine sehr authentische Gestalt, die weder zu einer Zerrbild noch zu einem Symbol für das selbstbestimmte Individuum verkommt, sondern ebenso reflektiert wie uneinsichtig mit seinem Schicksal hauszuhalten versucht und sowohl in die Gründe seiner eigenen Geschichte und Seele hinabsteigt als auch an der Oberfläche der heuchlerisch-gesellschaftlichen Kehrseite kratzt.

Wo muss man ein Bewusstsein für Geschichte und Bedeutungen haben und wo nicht? Wofür darf man Menschen verdammen und was ist erlaubt, was ist zu Unrecht eine Tabu und was zu Recht? Fragen, die aus den Kreuzungen der Gedanken entstehen, die der Protagonist wie kopflos und doch sehr klar in seinen Stimmungsbildern und Rechtfertigungsansätzen niederschreibt. “Die Flatterzunge” ist letztlich nur eine sehr schmale Auseinandersetzung mit der Schwierigkeit des Dritte-Reich-Erbes. Aber die direkte, unsouveräne Gangart des Buches macht es wieder zu einer Erfahrung, die die Wichtigkeit des Themas unterstreicht.

Zu Joan Didions Essays in “Im Land Gottes”


Joan Didion, die grande dame der amerikanischen Essayistik, begegnet einem in dieser Sammlung von sieben Essays als ein Teppichmesser, das den Vorhang vor politischen Persönlichkeiten und Ereignissen zertrennt und sie nicht als Schattenspiele, sondern als reale Vorgänge beleuchtet.

“Sie widersetzte sich diesem Impuls der Öffentlichkeit, Unzusammenhängendes zusammenzubringen, der Beruhigung wegen, der Zuflucht zur einfachen Lösung. Zur kollektiven Phantasie, in der sich Ereignisse verflüchtigen. The insistent sentimentalization of experience, die hartnäckige Sentimentalisierung von Erfahrung, wie Didion sagen würde. Die Reduktion von Ereignissen zu Erzähltem. Denn dieses Denken hat etwas Wesentliches verloren: die eigene Bedeutung.” (Aus dem Vorwort von Antje Rávic Strubel)

Vier der Essays sind allerdings sehr auf amerikanisch-innerländische Politikverhältnisse zentriert und nur für die zu empfehlen, die zu dieser Thematik einen Bezug wollen oder glauben, leicht einen aufbauen zu können. Diese Essays beschäftigen sich mit der Lewinsky-Affäre, Patricia Campell Hearst, Nancy Reagan, der religiösen Färbung der Bush-Rhetorik und Regierung und dem republikanischen Politiker Newt Gingrich.

Die anderen zwei Essays wiederum lassen sich sehr leicht in Bezug auf die Gegenwart lesen und viele Gedanken darin sind immer noch hochaktuell. In einer Zeit, in der die USA anfangen sich aus dem Nahen Osten zurückzuziehen und nach über 10 Jahren intensivster Einmischungen ein Trümmerfeld zurückzulassen, lohnt es sich, Didion Essay über den 11. September und die darauffolgende Stimmung im Land zu lesen, ebenso wie den kurzen Text über “Shoorters Inc” und den Aufenthalt von Georg Bush sen. im mittleren Osten.

In dem Essay über 9/11 wird nämlich sehr gut auf eine Problematik hingewiesen, die lange Zeit nicht genug in den Fokus gerückt wurde, aber endlich mal zur Sprache kommen müsste: dass die Anschläge auch eine Gelegenheit gewesen wären die amerikanische Nah-Ost Politik (oder direkt die ganze Außenpolitik) einmal zu hinterfragen, statt in einen kriegs- und racheversessenen Hurrapatriotismus zu verfallen. Didion weist wunderbar nach, dass hier eine Chance vertan wurde.

“Sie geht nicht davon aus, dass etwas ist, wie es scheint. Sie fragt danach, wie es ist. Wie es wurde, was es ist. […] Didion interessiert das Zustandekommen und Verblassen der Muster, in denen sich Menschen bewegen.” (Aus dem Vorwort von Antje Rávic Strubel)

Überhaupt beschäftigt sich ihr Schreiben viel mit vertanen Chancen, mit repressiven, alogischen und unnötigen Mechanismen und der Scheinheiligkeit von Taktiken und Präsentationsverfahren. Ihre Essays erwehren sich nicht der zahlreichen von ihr bemerkten himmelschreienden Verführungen, Entstellungen, Verfremdungen, Vereinfachungen und Dummheiten, sondern stellen sie nüchtern dar und schälen sie mit rationalsten Argumenten solange, bis sie nackt dastehen, ohne Mythos, Erzählhaltung und Glaubenshauch. Es ist immer wieder beeindruckend wie unverfänglich sie dem Leser auf diese Weise etwas “klarmachen” kann. Diese Unpersönlichkeit führt leider dann und wann auch zu einer übergroßen Distanz zwischen Leser und Geschriebenem, aber im Großen und Ganzen liegt eine Akkuratesse darin, die besonders und sehr lehrreich ist.

Ein Meisterwerk: Orwells Farm der Tiere


Als George Orwell “Animal Farm” schrieb, war es bereits sein vorletztes Buch (sein letztes sollte “1984” werden, kurz darauf starb er). Der Großteil seines Werkes war bereits, nahezu unbemerkt, erschienen, darunter dokumentarische und hellsichtige Werke wie “Mein Katalonien”. Orwell hatte als Obdachloser gelebt, war in Burma stationiert gewesen, hatte im spanischen Bürgerkrieg gekämpft und viele Artikel und Pamphlete verfasst. Überall prangerte er soziale Missstände an und verwies, wo es ging, auf die Leistungen der schwerarbeitenden Klassen der Gesellschaft. Als ein bekennender Sozialist und Humanist interessierte ihn vor allem die existenzielle Dimension des Daseins und er sah im Kapitalismus die große Problematik für die Gerechtigkeit in der Gesellschaft.

1946 erschien in der vierten Ausgabe der Zeitschrift Gangrel ein kurzer Artikel von ihm, mit dem Titel: “Warum ich schreibe”. (Auch enthalten in der Sammlung “Im Bauch des Wals”). Unter anderem schreibt er dort: “Farm der Tiere war das erste Buch, bei dem ich in vollem Bewusstsein dessen, was ich tat, versuchte, das Politische und das Künstlerische zu einem Ganzen zu verschmelzen.”

Und in der Tat ist Farm der Tiere eines der wenigen gelungen Beispiele für eine Verschmelzung von Kunstwerk und Kritik, von Parabel und Erzählung, von Engagement und Fantasie. Verschmelzung im wahrsten Sinne des Wortes, denn hier wird subtil und nachvollziehbar, in Etappen und doch im Ganzen, die Korrumpierbarkeit von Macht dargestellt und gleichzeitig ein wunderbares Märchen erzählt, so einfach und phantastisch und brutal, das es wahrhaftig als Chiffre dienen, aber auch als Lehrstück für Kinder gelesen werden kann.

Natürlich weiß nahezu jeder, worum es in Animal Farm geht und was abgebildet werden soll. Aber das kann man ganz beiseitelassen und es dann selbst erfahren, wenn man dieses wunderbare Buch liest. Es ist eine Lektüre, die einer großen Offenbarung gleicht und doch auch ein Genuss ist. Es gibt unvergleichliche und unvergessliche Figuren, es gibt Seitenhiebe und eine Komik, die so stark herauskommt und so tief trifft, dass man sich wundert, über die Kraft der Erzählung, über ihre starke Verbindung zum realen Vorbild.

Fakt ist, dass Animal Farm eines der wenigen vollkommenen Bücher ist, die ich in meinem Leben gelesen habe. Ja, das mag übertrieben klingen, aber ich bin jederzeit bereit, diese Übertreibung zu verteidigen, zu wiederholen. Hier ist eine kleine, aber umfassende, in jeder Faser gelungene Erzählung entstanden, die so viele Sinnbilder enthält, die uns zur Reflektion und zum Nachdenken zwingen und uns gleichsam tiefer in die Geschichte ziehen, beides zu gleichen Teilen. Ein (man kann es wagen, es zu sagen) Meisterwerk. Ein Buch, das jeder einmal gelesen haben sollte.

Fantastische Fabeln von Ambrose Bierce


Ambrose Bierce gehört allgemein zu den Autoren, die man schwerlich einordnen kann. In der amerikanischen Literatur ist er eine Art halber Klassiker, fällt aber hinter solche Größen wie Poe, Melville oder Mark Twain zurück. Seine journalistische Tätigkeit und seine hauptsächlich in Zeitungen veröffentlichten Geschichten lassen sein Werk eher unübersichtlich, teilweise auch etwas beliebig wirken. Immerhin: sein “Aus dem Wörterbuch des Teufels” ist immerhin als eine Art Bibel des Zynismus weithin bekannt.

Ich war eher zwiegespalten, als ich den Diogenes Band der “Meistererzählungen” von Ambrose Bierce las. Dieser Mann, der von sich behauptete “Mein Ruf als unbekannter Autor ist weltweit” machte keinen großen Eindruck auf mich. Doch ganz hinten im Buch, fast am Ende, stieß ich auf einige sehr kurze Prosatexte, betitelt mit “Fantastische Fabeln”. Beinahe sofort war ich begeistert von diesen anekdotischen, mit Witz und Biss angefüllten Bonmonts. Ein wenig fühlte ich mich an das geniale Buch von Augusto Monterroso, “Das gesamte Werk und andere Fabeln” erinnerte, aber das hier war noch fieser, gleichzeitig aber in Teilen ungeheuer geistvoll, dann wieder geradezu brachialpointiert.

Ich machte mich also auf die Suche nach einer separaten Sammlung der fantastischen Fabeln und fand dieses Buch. Da es pro Seite immer 2-3 Texte enthält, sind es insgesamt ca. 250-300 im ganze Buch. Überwiegen tun die politischen Gleichnisse, in denen es viel um spielerische Aufdeckung von Heucheleien, menschlichen Schwächen und menschlicher Dummheit geht, aber auch Parabelartiges und Weises ist zu finden.

-Der Präsident einer großen Aktiengesellschaft betrat ein Textilwarengeschäft und erblickte ein Plakat mit folgender Aufschrift: “Wenn sie das, was sie wünschen, nicht finden können, fragen sie danach.”
Er trat an den Ladenbesitzer heran, der ihn genau beobachtet hatte, während er das Plakat las, und als er zum Sprechen ansetzte, rief der Ladenbesitzer einem Verkäufer zu: “John, zeig diesem Gentleman die Erde.”-

Natürlich sind auch viele “Klassiker” des Witzes und der Posse bei Bierce vertreten:

-Zwei Frauen im Himmel erhoben Anspruch auf einen neu eingetroffenen Mann.
“Ich war seine Frau”, sagt die eine.
“Ich seine Liebste”, sagt die andere.
Der Heilige Petrus sagte zum Mann: “Geht hinunter zu dem Anderen Ort – du hast schon genug gelitten.”-

Im Ganzen ergibt ein Summa Summarum des Buches auch eine größere Menge an überflüssigen oder sehr geläufigen Geschichtchen, dennoch machen sie einem Freude, und es ist ein großer Spaß immer mal wieder einen besonders guten, satirischen Text zu finden:

-Ein Parteimanager sagte zu einem Gentleman, der sich um seine eigenen Angelegenheiten kümmerte:
“Wie viel würden Sie für eine Nominierung bezahlen?”
“Nichts”, erwiderte der Gentleman.
“Aber sie würden doch etwas zum Wahlkampffonds beitragen, um Ihre Wahl zu unterstützen?”, fragte der Parteimanager augenzwinkernd.
“O nein”, sagte der Gentleman gewichtig. “Wenn das Volk wünscht, dass ich für es arbeite, muss es mich ohne Anstiftung ernennen. Ich fühle mich ohne öffentliches Amt sehr wohl.”
“Aber”, drängte der Parteimanager, “eine Wahl ist etwas Wünschenswertes. Es ist eine große Ehre dem Volk zu dienen.”
“Wenn das Dienen eine hohe Ehre ist”, sagte der Gentleman, “wäre es für mich unschicklich, mich darum zu bewerben; und wenn ich es durch eigenen Anstrengungen erreichte, wäre es keine Ehre.”
“Nun gut”, beharrte der Parteimanager,” aber sie unterschreiben doch wenigstens, hoffe ich, das Wahlprogramm.”
Der Gentleman erwiderte: “Es ist unwahrscheinlich, dass die Verfasser meine Ansichten zutreffend zum Ausdruck gebracht haben, ohne mich zu konsultieren; und wenn ich ihr Werk unterschriebe, ohne ihm zuzustimmen, wäre ich ein Lügner.”
“Sie sind ein abscheulicher Heuchler und Idiot”, schrie der Parteimanager.
“Selbst ihre gute Meinung über meine Eignung”, antwortete der Gentleman, “kann mich nicht umstimmen.”-

Just some Lyrics for today ….


“They say that these are not the best of times
But they’re the only times I’ve ever known
And I believe there is a time for meditation
In cathedrals of our own” (Billy Joel, “Summerhighland falls”)

“It’s not having what you want
It’s wanting what you’ve got.” (Sheryl Crow, “Soak up the Sun”)

“But it was long ago and it was far away, oh God it seems so very far
And if life is just a highway, and the soul is just a car:
Objects in the rear view mirror may appear closer than they are.” (Meat Loaf, “Objects in the rear view mirror”)

“On his right hand Billy’d tattooed the word love and on his left hand was the word fear
And in which hand he held his fate was never clear.” (Bruce Springsteen, “Cautios Man”)

“I don’t give a damn ’bout my reputation
I’ve never been afraid of any deviation
An’ I don’t really care if you think I’m strange
I ain’t gonna change” (Joan Jett, “Bad reputation”)

“Never is a long time.” (Roxette, Same)

“Well I woke up in the morning
With an arrow through my nose
There was an Indian in the corner
Tryin’ on my clothes.” (Neil Young, “Last trip to Tulsa”)

“Fernsehen und Statements, die allen gefallen,
und Banken und Ämter,
und alles in allem

hab ich viel zu viel Ärger
und viel zu wenig Wut,
ich habe viel zu viel Ärger
und viel zu wenig Wut.” (Dota, “Utopie”)

“We got loud guitars and big suspicions,
Great big guns and small ambitions,
And we still argue over who is God
And I say, “Hey there Miscreation,
Bring a flower time is wasting
we all need a revelation” (Sheryl Crow, “Hard to make a stand”)

“Let’s feel small in the world tonight
Beneath a giant sky
Forget for once who is wrong or right
Just let it all go by

Close our eyes when we grow tired
And dream of where we’ll be
When night gives way to another day
Have we ever woken up this free?” (Mary Chapin Carpenter, “We’re allright”)

“Well, I’ll never be a stranger
And I’ll never be alone
Where ever we’re together that’s my home

Home can be the Pennsylvania Turnpike
Indiana early morning dew
High up in the hills of California
Home is just another word for you” (Billy Joel, “You’re my home”)

“I talk to God as much as
I talk to Satan
‘Cause I want to hear both sides” (Biffy Clyro, “God & Satan”)

“I wish a was a trapper
I would give thousand pelts
To sleep with Pocahontas
And find out how she felt
In the mornin’
on the fields of green
In the homeland
we’ve never seen.

And maybe Marlon Brando
Will be there by the fire
We’ll sit and talk of Hollywood
And the good things there for hire
And the Astrodome
and the first tepee
Marlon Brando, Pocahontas and me” (Neil Young, “Pocahontas”)

“Früher da gabs noch keine grün-gelbe Mitte
Da verteilte Professor Fischer noch persönlich Tritte.
Doch die Blumenkinder, wer konnt das ahnen
gingen den Weg                          aller Bananen:
Heute grün und morgen gelb und übermorgen schwarz” (Marc-Uwe Kling, “Zug der Opportunisten”)

“And there’s always some evil mothers
They’ll tell you life is made out of dirt.
And the women never really faint,
And the villans always blink their eyes.
Children are the only ones who blush.
and life is just to die.
But, anyone who has a heart
Wouldn’t turn around and break it
And anyone who ever played the part
wouldn’t turn around and fake it.” (Lou Reed, “Sweet Jane”)

“Sorridi” (Gianna Nannini, Same)

“Ich versteh hier so viel: Geld ist Tyrannei.
Es geht nicht um ein Stück vom Kuchen,
es geht um die ganze Bäckerei.” (Dota, “Utopie”)

“And if a double-decker bus
Crashes into us
To die by your side
Is such a heavenly way to die
And if a ten-ton truck
Kills the both of us
To die by your side
Well, a pleasure – the privilege is mine” (The Smiths, “There is a light and it never goes out”)

“I remember we were driving, driving in your car
Speed so fast I felt like I was drunk
City lights lay out before us
And your arm felt nice wrapped ’round my shoulder
I had a feeling that I belonged
I had a feeling I could be someone, be someone, be someone…” (Tracy Chapman, “Fast Car”)

“I’m standing here freezing at a phone booth baby
In the middle of God knows where
I got one quarter left your machine packs up
But baby I know you’re there

And I just start crying ‘cause it makes no sense
To waste these words and twenty-five cents
On a losing game” (Mary Chapin Carpenter, “You win again”)

“What kind of father would take his own daughter’s rights away?
And what kind of father might hate his own daughter if she were gay?
I can only imagine what the first lady has to say
You’ve come a long way from whiskey and cocaine.

How do you sleep while the rest of us cry?
How do you dream when a mother has no chance to say goodbye?
How do you walk with your head held high?
Can you even look me in the eye?” (Pink, “Dear Mr. President”)

“I was trying far too hard
To be what I thought I should be
I was playing wild cards and
Seeing things that weren’t in front of me
Like a little tiger, play fighting,
I was hurting myself, again and again

Because I’m hopeless.” (K.T. Tunstall, “Hopeless”)

“In the middle of the night
I go walking in my sleep
From the mountains of faith
To the river so deep
I must be lookin’ for something
Something sacred i lost
But the river is wide
And it’s too hard to cross
even though I know the river is wide
I walk down every evening and stand on the shore
I try to cross to the opposite side
So I can finally find what I’ve been looking for” (Billy Joel, “The River of Dreams”)

“San Quentin may you rot and burn in hell
May your walls fall and may I live to tell
May all the world forget you ever stood
And the whole world will regret you did no good” (Johnny Cash, “San Quentin”)

“This isn’t for the ones who buy their six-packs
At the 7-Eleven where the clerk makes change
Whose accent makes clear he sure ain’t from here
They call him a camel jockey instead of his name

No, this is for the ones who stand their ground
When the lines in the sand get deeper
When the whole world seems to be upside down
And the shots being taken get cheaper

This isn’t for the ones who would gladly swallow
Everything their leader would have them know
Bowing and kissing while the truth goes missing
“Bring it on,” he crows, putting on his big show

This isn’t for the man who can’t count the bodies
Can’t comfort the families, can’t say when he’s wrong
Playing ‘I’m the decider’ –
like some sort of Messiah
While another day passes and a hundred souls gone” (Mary Chapin Carpenter, “On with the song”)

“Gather ’round people
Wherever you roam
And admit that the waters
Around you have grown

And accept it that soon
You’ll be drenched to the bone
If your time to you
Is worth savin’

Then you better start swimmin’
Or you’ll sink like a stone
For the times they are a-changin’

Come writers and critics
Who prophesize with your pen
Keep your eyes wide
The chance won’t come again

Don’t speak too soon
For the wheel’s still in spin
And there’s no tellin’ who
That it’s namin’

For the loser now
Will be later to win
For the times they, they are a-changin’

Come senators, Congressmen
Please heed the call
Don’t stand at the doorway
Don’t block up the hall

For he that gets hurt
Will be he who has stalled
There’s a battle outside
And it’s ragin’

It’ll soon shake your windows
And rattle your walls
For the times they are a-changin’

Come mothers and fathers
Throughout the land
Don’t criticize
What you can’t understand

Your sons and your daughters
Are beyond your command
Your old road is
Rapidly agin’

Please get out of the new one
If you can’t lend a hand
For your times they are a-changin’

The line it is drawn
And the curse it is cast
The slow one now
Will later be fast

As the present now
Will later be past
The order is
Rapidly fadin’

And the first one now
Will later be last
For the times they are a-changin'” (Bob Dylan, The times they are a-changin)

“Lisa likes brandy and the way it hits her lips,
She’s a rock ‘n’ roll survivor with pendulum hips,
She’s got deep brown eyes,
That’ve seen it all.

Working at a night club,
That was called The Avenue,
The bar men used to call her, “Little Lisa, Looney Tunes”

She went down                                    on almost anyone.

From the hard time living,
’til the Chelsea days,
From when her hair was sweet blonde,
’til the day it turned grey
She said :

L.I.F.E.G.O.E.S.O.N.

You’ve got more than money and sense, my friend,
You’ve got heart and you’re going your own way

L.I.F.E.G.O.E.S.O.N.

What you don’t have now will come back again,
You’ve got heart and you’re going your own way.” (Noah and the whale, “L.I.F.E.G.O.E.S.O.N”)

“Cos there are so many lessons
That I just never get to learn
And there are so many questions that still burn,

like:

Will you hold my hand when I go?” (Slow Club, “When I go”)