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Ohrwürmer, wohin man guckt


Gedichte fuers Gedaechtnis von

Eine Ausgabe der „Gedichte fürs Gedächtnis“ erschien bereits 1999, aber da diese nun schon eine Weile nicht mehr zu haben war, ist eine Neuauflage sehr zu begrüßen. Neben den Bänden mit Gedicht-Interpretationen von Ruth Klüger und den Texten von Peter von Matt in „Wörterleuchten“, gehört diese Anthologie von Ulla Hahn nämlich zu den feinen Schätzen der Interpretationen zu klassischer Lyrik.

Die Idee eine Anthologie mit Gedichten zusammenzustellen, die man leicht auswendig lernen kann, mag inspiriert worden sein von dem Buch „By heart: 101 Poems to Remember“, erschienen 1997 bei Faber & Faber, herausgegeben von dem bedeutenden englischen Dichter Ted Hughes.

In ihrer Auswahl hat Hahn die Gedichte nach verschiedenen Kapiteln sortiert: Lieder, Balladen, Sonette, Gedanken-Gedichte und Meditationen, wobei die ersten drei zwingender sind als die letzten beiden. In den jeweiligen Kapiteln ist die Reihenfolge chronologisch, das heißt sie beginnt bei den ältesten Gedichten/Dichter*innen.

Immer wenn ein*e Autor*in zum ersten Mal vorkommt, gibt es ein paar Zeilen zu generellen Biographie (soweit bekannt), außerdem macht Hahn bei jedem Gedicht einige Anmerkungen zu Machart, Publikationsgeschichte und sonstigen Hintergründen, auch Interpretationen. Sehr häufig weist sie bei den Liedern außerdem auf die Vertonungen der Werke hin.

Zusammengefasst könnte man sagen: das Buch ist einfach ein tolles Gesamtpaket. Literaturgeschichte, Dichtungstheorie, Hermeneutik, Deutung, Sammlung geflügelter Worte – ein bisschen von all dem steckt drin. Wie heißt es richtig auf dem Rückblatt: Dichtung ist das älteste Gedächtnis der Menschheit. Und ein vorzügliches Instrument der Erkenntnis, will ich hinzufügen!